170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

„Eine Position unter den Top 15“, hatte sich Joel Dufter für seine erste Saisonhälfte im Weltcup vorgestellt. Das würde die Fortschritte des Inzellers vor allem über 1000 Meter, bestätigten. Dann geschah das kleine Wunder von Heerenveen: Fünfter bei einem Lauf in 1:08,87 Minuten, bei dem alles stimmte. Und die DESG besitzt wieder einen Skater, der im erweiterten Kreis der Weltspitze mitmischen kann. National hatte er „dahoam“ im Herbst mit dem Titelgewinn (ebenfalls über 1000 m) – vor Nico Ihle – auf sich aufmerksam gemacht. Im Team-Sprint ist er ebenfalls eine Option – in Nagano gewann das Trio (mit den Ihle-Brothers) Silber. 

Joel DufterJoel Dufter, Sprint-Hoffnung aus Inzell. Foto: DESGphoto/Lars HagenBei Sprint-DM- und EM hatte Joel Dufter aufgrund einer Virus-Erkrankung passen müssen. Jetzt will er sich beim Berliner Weltcup für die kommen-den Highlights empfehlen. Auf der langen Bahn wohlgemerkt. Denn die Entwicklung des Bayern vollzog sich in engeren Kreisen. Mit fünf stand er auf dem Eis. Als Steppke mit einem Schläger in der Hand. Hockey erschien ihm als richtige Performance für Jungs mit Biss. Dann lud ihn Marion Wohlrab auf die große Eis-Bahn ein. „Komm’ mal bei uns vorbei.“ Der junge Mann fand Interesse, nahm mit 13 am ersten 500-m-Rennen teil („mit einer 45-er- Zeit“) – und verabschiedete sich doch wieder. 

Infiziert vom Short-Track-Virus. „Dieses Tempo, der Zweikampf Mann gegen Mann“ faszinierte ihn – der Wechsel zwischen Lang- und Kurzbahn hatte auch seinen Reiz. „Das Highlight meiner ST-Zeit war die Teilnahme an der JWM in Melbourne 2012. Wir waren mit der Staffel ganz gut dabei.“ 

Dann ging es zurück auf die 400-m-Piste. Als Kurvenflitzer hätte er wohl ins deutsche ST-Mekka Dresden wechseln müssen – und über das Eisschnelllaufen bekam er einen Platz bei der Bundeswehr. Als Bodenständiger aber verlässt man sich nicht allein auf den Sport. „Das kann von heute auf morgen vorbei sein.“ Dufter absolvierte in der Heimat-Gemeinde eine dreijährige Ausbildung zum Schreiner. „Von 7 bis 17 Uhr Gesell, dann zum Training. Ich war eigentlich nur müde“ erinnert er sich, „bin aber froh, dass ich damit Etwas habe…“ 

Jetzt dreht sich fast alles um das Fortkommen mit Klappschlittschuhen an den Füßen. Die Trainingsgruppe von Danny Leger (zu der Schwester Roxanne gehört) machte große Fortschritte – teilweise dominiert im „Team Germany“ der O-Ton Süd. Joel, der auch gerne Fußball spielt, den Puckjäger mimt und Ski-Touren mag, genießt auf Reisen die heimischen Klänge. „Ich fühle mich in Inzell wohl. Weil es so klein ist, ist man nie lange alleine und kann wie in einer Familie Spaß haben.“