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BMS 4232Diskussionsrunde mit u.a. Hajo Seppelt und Robert Bartko. Foto: Jens KörnerDie Frage des im ganzen Land beachteten traditionellen „Stuttgarter Sportgesprächs“ konnte erschrecken. „Ist der saubere Sport noch zu retten?“ Nein, ist man – nach den Erkenntnissen des Mc-Laren-Reports – geneigt, spontan zu entgegnen. Doch die Referenten, zu denen DESG-Sportdirektor Robert Bartko gehörte, kamen zu einem etwas anderen Schluss. Unter gewissenen Bedigungen, internationalen Anstrengungen und viel Eigeninitiative muss die Flinte nicht ins Korn geworfen werden.

Hajo Seppelt beleuchtete mit der Doping-Redaktion der ARD unzählige Dopingfälle. Aber der Berliner Journalist, der den Weltsport „in seiner schlimmsten Phase“ wähnt, sieht dennoch etwas Licht. Immerhin habe der Radsport reagiert. Thomas Weikert, (deutscher) Präsident des Tischtennis-Weltverbandes, kann sich vorstellen, der WADA Entscheidungsgewalten zu übertragen und möchte dieses Modell in seinem Kreis vorstellen. Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied der NADA, weiß, dass nur (zu) wenige Nationen die Kontrollen wirklich stringent gestalten, beispielsweise beschreibt er das Test-Gebaren bei den Spielen in Rio als „katastrophal und dilletantisch.“ Aber nur mit deutlich mehr Geld sei eine Wende möglich. Er versteht das als Appell an mögliche Sponsoren, so saubere Wettkämpfe zu propagieren. Robert Bartko verweist auf „das Image-Problem“, das der Sport mittlerweile habe. Deshalb „muss der Sport in die Offensive gehen, um die Stellenwerte, die er vermittelt, zu retten. Wir müssen lernen, selbst zu agieren.“

Über das „Krebsgeschwür, das worst-case-Szenario, kriminelle Methoden, wegschauende Top-Funktionäre oder Feudalverhältnisse in den Sportorganisationen und Kollektivstrafen wurde diskutiert. „Es sind dabei doch auch Lösungsansätze aufgezeigt worden“ zog Bartko sein persönliches Fazit. „Die Faszination des Leistungssports und seiner Events ist heute präsenter als vor 20 Jahren. Und ungebrochen.“ Also lohne sich der Kampf, um den sauberen Sport vielleicht doch retten zu können.