Anna im Getummel Camera4Anna wieder mitten drin.
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Die Fragen waren natürlich da - und die Anspannung bei Anna Seidel offenkundig. Am Freitag-Nachmittag stieg die 18-Jährige wieder ins Wettkampf-Programm ein. Und zwar mit Erfolg. Der 2. Platz in ihrem Vorlauf über 1500 m sicherte die Teilnahme an der nächsten Runde, dem Halbfinale am Sonntag beim Weltcup in Dresden. Anna, die sich im Sommer beim Training einen Brustwirbel gebrochen hatte – der noch immer mit einer Schraube fixiert ist -  lief couragiert - die heimischen Fans empfingen sie mit herzlichem Applaus. Und auch den Verantwortlichen, bemüht, die Kurvenflitzerin etwas abzuschirmen, fiel ein Stein vom Herzen. Am gleichen Tag kam die Gymnasiastin im Team Relay über 3000 m zum Einsatz, ein unglücklicher Sturz von Tina Grassow aber, stoppte das gut gestartete Quartett.

„Ich war aufgeregt, aber keineswegs übertrieben, da kein Druck bestand. Das Feeling auf dem Eis ist da. Und ich weiß, dass ich nicht so weit entfernt bin.“ Die Wartezeit habe sie durchaus relaxt überstanden. „Ich hatte mich damit abgefunden und wusste, dass ich wieder zurückkommen kann.“ Auch Trainerin Diana Scheibe sah „sehr gute 1500 m von Anna. Sie findet gleich wieder die Lücke, jetzt fehlt einfach nur Laktat-Training.“ Auch der Staffel stellte sie trotz des Malheurs ein gutes Zeugnis aus. „So etwas kann immer passieren, das ist ärgerlich, aber wir haben gesehen, dass sie mitlaufen können.“

Für Anna Seidel stehen in diesem Winter noch die Weltmeisterschaften (10. bis 12. März in Rotterdam) auf dem Terminkalender – wichtiger aber ist die nächste Saison mit den Olympischen Spielen. Dann soll die Vorzeigeathletin der Abteilung Short Track bei ihrer zweiten Teilnahme wieder in Bestform antreten.

Dresden ist die Heimat der meisten deutschen ST-Sportler – der Weltcup mit Startern aus 31 Nationen für viele deshalb das absolute Highlight. „Wir wissen, dass hier der Druck auf uns lastet, aber das Team hat gut zusammengearbeitet und strahlt konzentrierte Ruhe aus“, beschreibt Teamleader Matthias Kulik die Situation. Nach den nicht befriedigenden Resultaten vor allem bei der EM, wurde das Timing im Hinblick auf die Weltmeisteschaft nachjustiert. Anstatt den Reisestress zum letzten Weltcup in Minsk/Weissrussland auf sich zu nehmen und dort nur wenige Eiszeiten zu bekommen, nutzt man die optimalen Bedingungen im ST-Eldorado an der Elbe. Beim Starclass in Turin fallen dann die Entscheidungen über die WM-Besetzung, Interims-Bundestrainerin Diana Scheibe kann je zwei Athleten bei Damen und Herren vorschlagen.