DD VorbereitungViel los, auf dem Dresdner Eis.
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Felix gegen den Rest der Welt. Der junge Mann, der aus München stammt und in Dresden lebt und trainiert, die Plakate des Short Track World Cup zierte, stemmte sich in seinem 500-m-Viertelfinale mit Verve gegen die Übermacht. Aber von der – ungünstigen – Außenposition 6 startend, konnte der 21-Jährige im schnellsten Lauf nur eine Postion gutmachen: Fünfter in 42,083 Sekunden. „Aber wie die Zuschauer uns deutsche Läufer hier unterstützen, ist absolut einzigartig“ bedankte sich der Bayer beim sächsischen Shortrack-Publikum.

Dann erlebten 2500 Zuschauer, die das Hallendach mit ihren rhythmischen Klatschen fast zum Abheben brachten, die Auftritte von Bianca Walter und Anna Seidel, ausgestattet mit Wildcard über 1500 m. Anna holte über diese Distanz ihre größten Erfolge, aber im Moment muss sie sich nach der langen Verletzugspause wieder physisch herankämpfen. Platz 6 für sie in einem extrem schnellen Rennen in 2:29.255 Minuten aber sind ein weiter Schritt zurück in die Elite. Für Bianca Walter ist das schon eher eine Langstrecke, die extremes Stehvermögen erfordert – und auch ein bisschen Glück, nicht in der entscheidenden Phase von einer Konkurrentin blockiert zu werden. 1,4 Sekunden fehlten zum B-Finale, das sie (über 1000 m) beim Weltcup in Korea erreicht hatte.

Bei den „Jungs“ warten die Zuschauer ebenso gespannt auf die 13-Runden-Kämpfe, meist taktisch geprägt, mit vorsichtigem Beginn und furiosem Finish. Der Deutsche Meister Tom Rietzke hatte sich über ein Advancement ins Feld der letzten 23 gekämpft und kam im gleichen Lauf wie der Dresdner Christoph Schubert ins vorentscheidende Rennen, eine seltene Konstellation. „Schubi“ nahm sein Herz in beide Hände, am Ende aber lautete das Verdikt „hinten einreihen“. Die Pace der Weltbesten aber anfangs mitgegangen zu haben imponierte den Zuschauern.  

Bye, bye Dresden. Im nächsten Jahr werden sich die besten Europäer in Elbflorenz bei den kontinentalen Titelkämpfen den letzten Schliff für Olympia holen. Das erhofft sich auch DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen, aufmerksame Beobachterin in der Halle, von der deutschen ST-Abteilung. Und gab bei dieser Gelegenheit ihr Plädoyer für die rasanten Duelle in Schräglage ab. „Das ist eine superschöne und für den Verband wichtige Sportart. Wir haben in den Trainingskonzepten schon manches verändert und bekennen uns ganz klar zum Leistungssport-Gedanken. Dabei reicht es nicht, deutsche Titel zu gewinnen, wir wollen international erfolgreich sein.“ Eine immense Challenge für den ST-Bereich, den Teeuwen als „kleine Familie“ erlebte. „Unser Fokus gilt Olympia. Und wir wollen die Standorte stärken“, so Teeuwen im ARD-Hörfunk-Interview.