Massenstart WM ZDFMassenstart - Spektakel bei der WM. Foto: ZDFAm Sonntag blieben die Zuschauer bis zum Schluss in der olympischen Eisschnelllaufhalle: Sie warteten auf das Spektakel Massenstart über 16 Runden mit südkoreanischen Favoriten. Als ausgangs der vorletzten Runde die Niederländerin Irene Schouten bei einem ungeschickten Überholmanöver stürzte und Titelverteidigerin Ivanie Blondin (Kanada) mitriss, setzten die Vorjahreszweite Bo-Reum Kim und die Japanerin Nana Takagi zu einem mitreißenden Endspurt an. Kim kam als erstes über die Ziellinie und der WM-Gastgeber hatte sein langersehntes WM-Gold gewonnen. Claudia Pechstein erreichte mit dem Peloton als 11. das Ziel, Bente Kraus belegte wie im Vorjahr Rang 16.

Bei den Männern fehlte Titelverteidiger Seung-Hoon Lee. Er hatte sich bei einem Sturz mit dem südkoreanischen TeamPursuit-Trio eine Schnittwunde in der linken Wade zugezogen. Nach einem kuriosen Rennverlauf, das Hauptfeld ließ eine Ausreißergruppe davonziehen, standen Überläufer aus anderen Sportarten, so wie es sich der Eissportweltverband ISU wünscht, oben auf dem Treppchen. Gold und Silber gingen an die ehemaligen Inline-Weltmeister Joye Mantia (USA) und Alexis Contin (Frankreich), Bronze ersprintete der Shorttrack-Olympiasieger Olivier Jean (Kanada), der vor 16 Monaten zum ersten Mal die Klappschlittschuhe anzog. Da für die DESG in dieser Saison kein Athlet an den Weltcuprennen teilgenommen hatte, gab es für sie auch keinen WM-Startplatz.

Zuvor hatte Bente Kraus über 1500 m in 1:59,35 Minuten in Gangneung ihren zweiten persönlichen Rekord erzielt. Den ersten hatte die Berlinerin am Samstag über 5000 m aufgestellt. Trotzdem reichte die Bestzeit nur zu Platz 17. Die Inzellerinnen Gabi Hirschbichler  - übrigens gibt es im Laufabstand zur Eisschnelllaufhalle ein Cafe Gabi - und Roxanne Dufter erreichten ihre Bestleistungen nicht und fanden sich auf den Rängen 19 und 21 wieder.

Fazit der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in der "Gangneung Ice Arena": Der Olympiatest ist gelungen. "Da habe ich mir Sorgen drum gemacht. Die Halle ist so kurzfristig fertig geworden, dass vor der Weltmeisterschaft kein einziger Test durchgeführt werden konnte", meinte der neue ISU-Präsident jan Dijkema. Einige kleinere Dinge müssen noch bis zum Olympiabeginn verbessert werden. So beklagten sich die Sportler, dass sie die beiden Anzeigetafeln, die an den Seitenwänden angebracht waren, nicht sehen konnten. "Da haben wir drauf reagiert. Bei den Olympischen Spielen werden vier grosse Bildschirme angebracht, auch in den Kurven, so dass die Athleten sofort ihre Zeiten sehen können", sagte der Niederländer. Die Ventilatoren, die für Rückenwind und Diskussionen sorgten, würden den Sport nicht beeinflussen. "Sie gehören zur Klimaanlage. Ein Techniker kann das besser erklären", sagte er. Direkt nach der letzten Siegerehrung düste Dijkema nach Peking, dem Austragungsort der Winterspiele 2022. "Es geht um die neu zu bauende Eisschnelllaufhalle, die zu einem "Center of Excellence" für die Entwicklung des Eisschnelllaufs werden soll.

Auch im Hotel-Shuttlebus gab es Eissport. Ein südkoreanischer Sportsender wiederholte den Shorttrack-Weltcup aus Dresden.  Über Shorttrack diskutieren Südkoreaner so wie die Deutschen über die Fußball-Bundesliga.