Junioren LHErfolgreiches Weltcup-Finale für die deutschen Junioren und ihre Betreuer. Foto: DESGphoto/Lars HagenEin Weltcup-Finale ist eine Herausforderung, vor allem für die Veranstalter. Das Team um Marian Thoms aber ist solche Aufgaben gewohnt: 135 Junioren-Sportler aus 17 Nationen brachten sich in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle in Form für die bevorstehende WM. Und als unerwartet noch ganze Sätze an Pokalen angefordert wurden - im Handstreich erledigt. Eine Belohnung: Erfurt resp. die DESG richten Ende Januar 2018 den letzten Eisschnelllauf-Weltcup vor den Winterspielen in Korea aus. Thoms befürwortet, ebenso wie Verbands-Vizepräsident Hubert Graf, diese Rotation der Wettbewerbe. Im Zusammenspiel mit Berlin, vor zwei Wochen Gastgeber des ISU World Cup. Deutschland verfügt über drei gute Indoor-Eisbahnen – und überall sollen die Weltbesten ihre Visitenkarten geben.

Hier die Ansprüche als potenter Veranstalter, dort die Fortsetzung der Neuausrichtung  auf Junioren-Ebene. Das Finale bewies, dass der Nachwuchs Boden gut gemacht hat. Gleichzeitig aber ist die Spitze so dünn, dass Bundestrainer Jan Coopmans nur zwei Mädchen zu den Titelkämpfen nach Helsinki mitnehmen kann. Beim Heim-Weltcup verfehlten Lea-Sophie Scholz und Tabea Theurich die Top-Ten-Ränge – mit Ausnahme des Massenstarts mit den Plätzen 4 und 5. Bei den männlichen Youngsters zeigt sich die Lage stabiler. Das Quintett Max Reder, Jeremias Marx, Ole Jeske, Paul Galczinsky, Lukas Mann blickt den führenden Nationen schon auf das Kufenende. „Unsere 17-Jährigen sind auf Augenhöhe mit den besten Gleichaltrigen“, sagt Coopmans. Über 1500m, 1000m, 3000 m (Rang 6 für Mann) war die DESG bei den Top Zehn vertreten, im Massenlauf sorgte Jeremias Marx mit der Silbermedaille für ein Ausrufezeichen. Das ist auch der Anspruch für die Weltmeisterschaften in Finnland. Dort müssen die Junioren wieder „raus“. Es weht ein eisiger und böiger Wind von der Ostsee über die offene Bahn. Deshalb hatten sich die Junioren im Umfeld des Weltcups in Klobenstein in zugiger Höhe, einem Reizklima, vorbereitet. „Bei minus 7 Grad, wenn das Eis hart wie ein Spiegel ist“, berichtet Coopmans.  “Für mich können die Bedingungen gar nicht hart genug sein.“

In Erfurt herrschten die gewohnten Hallen-Zustände. Kein Lüftchen, schneller Untergrund. Aber nicht das Saisonziel Nr.1  für den DESG-Nachwuchs. „Wir wollten uns hier zeigen, aber am Wochenende noch besser und schneller sein“ (Coopmans). Das ist das Timing, das im April 2016 mit der ersten KLD begonnen hatte. „Früher wurde später in die Saison gestartet“, entsprechend lang dauerte der Anlauf von niedrigem Niveau aus. Neue Intensitätsstufen beinhaltet das aktuelle System, die Grundlage wurde – individuell – auf dem Rad erarbeitet, ein neues Hantel-Lerntraining angewandt, die Ausdauer auf dem Eis in tiefer Position erarbeitet. Ergo: die Basis ist besser, die „Aufholjagd“ in Gang. Bei den Meisterschaften in Inzell, dem ersten Saison-Höhepunkt, purzelten die Bestmarken. Sieben lösten das Suomi-Ticket, trotz deutlich verschärfter Quali-Kriterien.

„Komm, Ole“ zischte es durch die Arena in Erfurt. Auch Jeri, Max, Lukas oder Paul elektrisierten ihre Fan-Gemeinden am Rande des 400-m-Ovals. Der 5. Platz im Team Pursuit (Galczinsky, Marx, Mann) eröffnet weitere Möglichkeiten, weil Coopmans  Personal-Rochaden vornehmen kann. Das ist ein Katapult für Helsinki. Unverändert indes: die Elite kommt aus Asien, Russland, den Niederlanden, Norwegen. Offenkundig auch eine Azzurri-Welle, die Italiens Youngster bis aufs Podest wirbelte.