Michelle UhrigMichelle Uhrig mit ihrer Silbermedaille beim Neo-Weltcup in Erfurt.
Foto: DESG-Presse
Erst bei der Saisonanalyse – der ISU – wird ermittelt, ob der neugegründete Neo-Senioren-Weltcup in dieser Form ein Erfolgsprodukt war. Für die deutschen Eisschnellläufer aber fällt das Fazit positiv aus. In besonderer Weise gilt das für Michelle Uhrig. Die 21-Jährige katapultierte sich bei den Veranstaltungen in Minsk, Klobenstein und Erfurt insgesamt achtmal aufs Podium, zuletzt beim Finale in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Hallle gab es nach den Rennen über 1500, 3000 m und beim Massenstart (natürlich auch aufgrund überschaubarer Teilnahmerzahlen) Blumen.

„Das war für mich nochmal ein Saison-Hightlight. Und es ist einfach toll, da oben zu stehen. Jedenfalls viel besser als irgendwie deprimiert auf Rang 20 zu landen.“ Im Juniorenbereich machte die Berlinerin auf sich aufmerksam (u.a. Rang 5 bei der JWM 2015), im Verband galt sie als Hoffnungsträgerin. Bis eine Knie-Operation im Herbst 2015 ihren Taten- und Vorwärtsdrang stoppte. Wieder auf dem Eis, reichte es (noch) nicht für das Weltcup-Team der DESG. Und – salopp formuliert – statt Daumendrehen und Kufenschleifen auf dem Trockenen – nutzte Michelle Uhrig die Startchancen im „kleinen Weltcup“ bei den Neo-Junioren.

Und zog aus den guten Resultaten viel Motovation. „Mein Ziel bleibt die Olympia-Qualifikation für die nächsten Winterspiele in Südkorea.“ Vor allem über Social Media ließ sie sich von den Bildern der WM resp. des olympischen Tests in Gangneug anstecken. Da will sie hin. Und ihre Saisonbestzeit von 2:00,05 Minuten über 1500 m, gestoppt im Rahmen der Junioren-DM Ende Januar in Inzell, kann sich im nationalen Ranking sehen lassen.

Die Weltcupserie der Neo-Senioren ist für 2016/17 passé. Und vor dem Start in den vorolympischen Winter drückt Michelle die Schulbank. Die Ausbildung bei der Bundespolizei verläuft dual, dh. viel Theorie sowie Praxis. „Ja, wie man mit dem richtigen Handgriff Handschellen anlegt“, verrät das zierliche Persönchen, die nach dem Abschluss der Ausbildung in drei Jahren Polizeimeisterin werden kann. „Das ist auch eine gute Ablenkung, um den Kopf frei zu bekommen,“ sagt sie. Denn entscheidend ist vorläufig nur auf dem Eis, um die Van-Veen-Technik zu optimieren.