Nico Goldenes BuchEintrag ins Goldene Buch - unter den Augen von Ordnungsbürgermeister Miko Runkel und Trainer Klaus Ebert. Foto: Andreas SeidelSchnell, schneller, Calgary. Gerne sprechen die Kanadier aus der Olympiastadt von 1988 vom „schnellsten Eis der Welt“, viele Rekorde tragen das Gütesiegel der ersten nordamerikanischen 400-m-Indoor-Anlage. Auf jeden Fall ist die 1100 m hoch gelegene Halle in der Hauptstadt der Provinz Alberta ein gutes Pflaster für die Duelle der Schnellsten. Am Samstag und Sonntag ermitteln die Sprinter im Vierkampf ihre WM-Champions. Die 500 m sowie 1000 m stehen jeweils zweimal auf dem Programm im Olympic Oval.

Im Winter gehören in Calgary alle Schlagzeilen den Hockey-Cracks. An diesem Wochenende aber rücken die „Flames“ und ihre NHL-Ambitionen in den Schatten der Skater. Die Ahornblatt-Tempobolzer gehen auf Medaillenjagd - doch die Favoriten kommen aus Europa. Und auch die internationale Konkurrenz nennt einen Namen mit besonderer Hochachtung: Nico Ihle. Der EM-Dritte im Sprint und Vizeweltmeister über 500 m geht mit einer mächtigen Portion Selbstbewusstsein an den Start. Kaum einer seiner Konkurrenten bringt regelmäßig so konstante Leistungen auf beiden Strecken. Nico und die DESG-Skater, Judith Dannhauer, Roxanne Dufter, Gabi Hirschbichler, Joel Dufter, waren direkt von Seoul nach Kanada geflogen. Die Zeitumstellung, die Akklimatisierung sind abschlossen, das Eis passt. „Ich habe hier die schnellsten Runden in meiner Laufbahn absolviert“ schwärmt der 31-jährige Chemnitzer, der sich im Januar in seiner Heimatstadt ins Goldene Buch eintragen durfte, von der Qualität des Untergrunds.

Mit Prognosen bleibt der Sprinter zurückhaltend. Fest steht aber, er fühlt sich „in der Form meines Lebens.“ Sein Deutscher Rekord, aufgestellt in Salt Lake City (34,64 Sekunden) 2013 könnte bröckeln, beim Silber-Lauf in Gangneug waren die Uhren bei 34,66 stehen geblieben. Und auch die anderen DESG-Sportler, in Kanada von Danny Leger betreut, konnten die guten Bedingungen zu schnellen Runden nutzen. Go, Germans, go.