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2017 01 27 0881Roxanne Dufter mit zwei Bestzeiten in Calgary.
Foto: DESGphoto/Lars Hagen
Zu bedauern sind jetzt die Statistiker, die nach Calgary alle Bestmarken aktualisieren müssen. Vor ihnen liegt eine Kärnerarbeit, denn gefühlt jeder Zweite verbesserte im Rahmen der 48. Sprint-WM seine persönlichen Bestzeiten. Das Olympic Oval und sein schnelles Eis sorgten für ein Stakkato an Rekorden. Mittendrin beim Tempoforcing in der Olympiastadt von 1988: Nico Ihle, der über 500 und 1000 m nationale Rekorde lief – und auf Position 2 übernachten durfte. Also alles drin: der Podestplatz liegt erneut in Reichweite des 31-jährigen Chemnitzers, bei der ersten Sprint-EM Anfang Januar mit Bronze dekoriert.

Mit Ausnahme von Rückkehrerin Judith Dannhauer verlässt keiner aus dem DESG-Quintett  Kanada ohne neue „Personal Best“ (PB), das Timing stimmt. Gabi Hirschbichler und Roxanne Dufter stehen über 500 m nun mit 38,39 bzw. 39,17 Sekunden zu Buche, die 25-jährige Inzellerin doppelte über 1000 m beeindruckend nach: mit 1:14,61 Minuten unterbot sie ihre bisherige Marke, aufgestellt in Salt Lake City, um fast eine Sekunde. Rang 7 im Strecken-Ranking,  Platz 19 im Gesamten, Gabi und Judith starten von den Rängen 16 und 22 in den zweiten Teil.

Joel Dufter konnte im Sprint zunächst knapp einen Sturz vermeiden, steigerte sich dennoch auf 35,42 Sekunden – und unterstrich über 1000 m seine großen Fortschritte: Siebter in ganz starken 1:07,88 Minuten. Die Besten kommen aus den Niederlanden, Norwegen, Kanada … und Sachsen. Nico Ihle riskierte im ersten Rennen nicht das Allerletzte, wurde in der letzten Innenkurve aufgrund der unglaublichen Geschwindigkeit weit herausgetragen – und verbesserte seine bisherige Top-Zeit (und den deutschen Rekord) dennoch klar um 27 Hundertstel auf 34,37. Platz 5 im Feld der 28 Sprint-Vierkämpfer. Exakt diesen Rang nahm er auch nach den 1000 m (1:07,16 lautet die neue Marke) ein. Keiner ist ausgeglichener – und nur Europameister Kai Verbij gebührt die Favoeritenstellung für das höchste Podest. Doch wer kann wirklich eine hieb- und stichfeste Prognose abgeben, wie sich die Beschleunigungen auf dem „fastest ice“ weiter entwickeln. Nico, in Korea mit WM-Silber (500m) belohnt, postete mit Daumen rauf und kanadischer Flagge, jubelte und reckte die Hände in die Höhe. Sein Winter. Er will seine taufrischen Bestmarken nochmals attackieren, kann diesmal über die Außenkurve zur Ziellinie skaten, das kommt seinem Stil entgegen.