Bente jubelBente Kraus freut sich aufs "Wikingerschiff".
Foto: DESGphoto/L.Hagen
Das „Wikingerschiff“ von Hamar gehört zu den eindrucksvollsten Eishallen Europas. Und eine der stimmungsvollsten. Vor allem, wenn die „Wikinger“ Erfolge ihrer Landsleute wittern. Heia Norge. Das schwappt auf alle Eisschnellläufer, die am Samstag und Sonntag ihre WM-Besten im traditionellen Mehrkampf ermitteln, über. In den Niederlanden und Norwegen ist und bleibt diese Form des Wettkampfes der Burner, die Allrounder gelten als die wahren Helden. Und Dauer-Abräumer Sven Kramer steht an erster Stelle.

Für die DESG ist die WM mehr eine Zugabe – oder der Zwischenschritt zum Weltcup-Finale eine Woche später. Wieder in Norwegen: Stavanger an der Nordseeküste erhielt kurzfristig den Zuschlag, man bleibt im Land.

Patrick Beckert, Felix Maly und Bente Kraus sind seit Mittwoch in Skandinavien. Nach den Erfolgen bei der Einzelstrecken-WM (drei Medaillen) auf der Olympia-Bahn in Südkorea steht das Trio von Bundestrainer Jan van Veen („es ist alles ok bei uns hier“) jetzt weniger im Fokus. Das Maximalziel ist das Erreichen des Finals der besten Acht an Tag 2.

 „Hamar hat seinen ganz eigenen Charme. Das Wikingerschiff und die Umgebung sind wundervoll“, genießt Bente Kraus auch das Ambiente bei ihrer allerersten Mehrkampf-Weltmeisterschaft. Das Wohlfühlen endet mit dem Start über die (ungewohnten) 500 Meter, „die habe ich zum Saisonanfang erst einmal absolviert.“ Dann folgen die 3000m, ihre Strecke (WM-Platz 12). „Und auch die 1500 m sind in diesem Winter von Lauf zu Lauf besser geworden. „Ich werde nochmals alles aus mir herausholen“, vielleicht reicht das zur Teilnahme an den abschließenden 5000 Meter.

Auch Patrick Beckert ist alles andere als ein Sprinter. Sein Fokus galt während der kompletten Saison den Langstrecken: mit dem Happy End in Gangneung und dem Gewinn der Bronzemedaille über 10 km in einer Top-Zeit. „Das bedeutet, dass die anderen Strecken noch weniger Beachtung bekommen haben.“ Vor Jahresfrist erreichte der Erfurter bei der WM in Berlin einen guten 7. Rang, „ein richtiger Mehrkämpfer aber bin ich nicht.“ Zumal die Vier-Strecken-Wertung auch nicht auf dem olympischen Programm steht. „Deshalb gehe ich ganz entspannt an die Sache heran.“ Das Weltcupfinale in Stavanger (mit den 5000 m) könnte dann eine gute Saison abschließen.

Felix Maly nahm 2016 an der Allround-EM teil, beendete die Challenge nach drei Strecken (500/5000/1500 m) in Minsk mit Rang 18. Und beim diesjährigen Weltcup in Berlin, der WM-Quali, verpasste der Erfurter den WM-Zug zunächst – mit 6:32,62 Minuten über 5000 m - nur knapp. Mit Starts im neuen Neo-Senioren-Weltcup überbrückte der 22-Jährige den Winter bestens, seine Nach-Nominierung („unglaublich aber wahr“) für Hamar: die Belohnung für viel Arbeit inklusive einer konsequenten (veganen) Ernährungs-Umstellung. Das nächste Ziel heißt Olympia.  

Die ARD berichtet an beiden Tagen am frühen Nachmittag im Rahmen des Wintersportblocks vom Wikinger-Eisfestival am Mjösa-See. Mit großer Wahrscheinlichkdeit zwischen weiteren Siegesmeldungen der Nordischen in Lahti und guten Biathlon-Nachrichten. Der vorolympische Winter gleicht einem deutschen Märchen – die Eisschnellläufer leisteten dafür auch ihren Beitrag.