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Gretchenfrage: Wo finden die nächsten Olympischen Winterspiele statt? Natürlich in Südkorea – und einen Vorgeschmack auf bevorstehende „Heimspiele“ erlebten die Zuschauer beim Weltcup-Auftakt in Budapest. Ein Festival der Shorttracker aus dem 52-Millionen-Einwohner-Land zwischen Gelbem und Japanischem Meer. Dort ist die Kurvenjagd Nationalsport, das Reservoir riesig und die Mentalität nur aufs Gewinnen ausgelegt. Bei den Damen dominierte die 19-jährige Choi Min-Jeong alle Distanzen (1500, 500, 1000 m) – und triumphierte auch mit der Staffel. Summa summarum fünf Podestplätze pro Korea. Die Herren um den zweifachen Goldjungen Lim Hyo-Jun mussten nur über 500 Meter dem in Budapest geborenen Ungarn Sandor Liu Shaolin den Vortritt lassen. Den Team Relay gewann Kanada um Routinier Charles Hamelin. Aber sechsmal standen Sportler aus Südkorea auf dem Treppchen. Das kann heiter werden bei den Games in Gangneung an der Ostküste des Landes…

Die DESG-Athleten erlebten hautnah, wie infernalisch der fernöstliche ST-Wirbel übers Eis fegte. Bianca Walter erkämpfte sich einen Halbfinal-Platz über 1500 m, Anna Seidel kam ins 1000-m-Viertelfinale. Dort wäre mehr möglich gewesen. Nach dem Vorrücken auf Platz 3 in ihrem Lauf am Sonntag-Nachmittag kam die Dresdnerin in der anschließenden Kurve zu Sturz.  „Unglücklich“ beurteilte Coach Daniel Zetzsche die Situation. Und fügte hinzu: „Das gesamte Starterfeld ist unglaublich nahe zusammengerückt und die Leistungsdichte ebenso hoch wie eng.“ Das hatte auch Christoph Schubert erfahren müssen. Der Solist bei den Herren scheiterte auf den drei Strecken jeweils in der Anfangs-Phase. Das Damen-Team hatte sich ins Viertelfinale vorgekämpft.

Von Budapest fliegen die deutschen Shorttracker nach Amsterdam, am kommenden Wochenende bittet Dordrecht (bei Rotterdam) zum bekannt stimmungsvollen ST-Event. Dort wird der schnelle Sport ebenso „hot“ wie „loud“ zelebriert. Und bieten sich die zweiten Qualifikationschancen für die Games im Februar 2018. Für die deutschen Athleten ein gutes Pflaster, hatte doch die Vorbereitung vor allem im niederländischen Utrecht stattgefunden. 

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