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DSC 1804 World Cup Shorttrack Dordrecht 071017 MdJUuund los! Bibi schickt Anna ins Rennen. Foto: Martin de JongEin optimistisches Fazit zog DESG-Trainer Daniel Zetsche nach den vier "dollen" Weltcuptagen in der niederländischen Shorttrack-Hauptstadt Dordrecht. "Das Niveau ist international extrem gestiegen, alle sind zusammengerückt.  Besonders bei den Männern hatten Viertelfinals oft Endlaufniveau", beschreibt der Dresdner die Situation. Der zweite Weltcup der Olympiasaison war besonders für Anna Seidel erfolgreich. Ein deutscher Rekord über 1000 m und zwei DESG-Olympianormen (1000 m und 1500 m) erkämpfte die Dresdnerin. Bianca Walter erfüllte die DESG-Norm über 1500 m. Die 3000-m-Damenstaffel kam auf Platz 4 im B-Finale.

Mit einem superschnellen Lauf am Samstag in 4:12, 706 Minuten, nur knapp vom deutschen Rekord (4:11,400) entfernt, hatte sich das Dresdner Quartett - Anna Seidel, Bianca Walter, Tina Grassow und Gina Jacobs - für das B-Finale qualifiziert. Im B-Finale hatten die Damen etwas Pech. "Es ging kontrolliert los und lief ganz gut für uns bis der Zwischenfall passierte. Wir wollten Druck auf die USA ausüben, als eine Italienerin vor uns ins Schleudern kam. Wir mussten ausweichen und konnten erst etwas später wechseln", beschreibt Tina Grassow. Das 3000 m-Staffelgold ging an China. Immerhin war das Team viermal gestartet. "Das war noch ein Auf und Ab. Tina und Gina werden wir fit für die Asienweltcups machen", erklärte der Coach, der seinem Quartett noch mehr zutraut. Wenn es nach dem vierten Weltcup in Seoul (Südkorea) in der Gesamtwertung zu den besten Acht gehört, könnte es mit einem Olympiastart klappen.

"Wir haben gezeigt, dass wir auf dem guten Weg sind. Vor allem die Mädels haben gute Leistungen gebracht. Anna hat wieder das Potential, Finals zu laufen. Bianca kann das Viertel- und Halbfinale erreichen. Beide Mädchen müssen sich mehr zutrauen. Das ist in den nächsten Wochen ein Thema", sagte Zetsche.

Im schnellsten 1000 m-Viertelfinale des Tages entthronte Anna Seidel in 1:29,103 Minuten ihre Teamkollegin Bianca Walter als deutsche Rekordhalterin. Bianca hatte die alte Bestzeit (1:29,448) am 20. Oktober 2012 in Calgary aufgestellt. Anna musste sich dennoch mit dem fünften und letzten Platz begnügen, nicht ausreichend für das Halbfinale. Im Endergebnis fanden sich Seidel und Walter unter den 78 Konkurrentinnen auf den Rängen 19 und 25 wieder. In Olympiaform präsentierten sich die südkoreanischen Damen. Die Weltmeisterinnen Suk Hee Shim und Min Jeong Choi waren über 1000 m, beziehungsweise 1500 m das Mass aller Dinge. Aber auch Kanada und die gastgebenden Oranjes hatten am Schlusstag Grund zum jubeln.  

Anna Seidel, Bianca Walter und Christoph Schubert bereiten sich jetzt wieder in ihrer Sport-Wahlheimat Utrecht bei Trainerin Wilma Boomstra auf den nächsten Weltcup-Block vor. Dann geht es im November nach Asien.