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2017 10 29 12155000 m Damen, Claudia Pechstein eingerahmt von Stephanie und Jessica Beckert.
Alle Fotos: L.Hagen/DESGphoto
Den Spruch des Tages lieferte Hubert Graf, DESG-Vizepräsident und Inzells Tausendsassa, „Wie gut, dass wir ein Dach haben...“ Denn die Chiemgau-Gemeinde versank im Regen, aber in der Max-Aicher-Arena saßen alle kommod – und es waren viele Zuschauer zum Finale der DM gekommen. Eine volle Haupttribüne, kaum Parkmöglichkeiten vor der Halle. Und ein Schlusstag, gespickt auch mit sportlichen Highlights. Bei den 10 000 m, als sich Lokalmatador Moritz Geisreiter mit Patrick Beckert ein Kopf-an-Kopf-Duell lieferten. Der Erfurter holte sich seinen dritten Titel, der Inzeller gewann erneut Silber – und beide pushten sich zu Top-Zeiten. 13:04,29 resp. 13:07,00 Minuten. Das kann sich auch international sehen lassen. Die DESG ist auf den langen Distanzen für Weltcup-Einsätze gerüstet.

 

 

 

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Aber Patrick schränkt ein: „Da weht ein anderer Wind.“ Für ihn sei es wichtig gewesen,  „noch mehr zu drücken, in der Lage zu sein, schneller zu laufen“ - als sein bayersicher Kontrahent selbst die Führung übernahm. „Aber jetzt gilt es weiter zu arbeiten.“ In Heerenveen und Stavanger will er die Olympia-Qualifikation perfekt machen, „wenn es wieder gegen die Altbekannten geht.“

Auch Bundestrainer Jan van Veen traf sich mit entspannter Miene mit der Trainer-Kommission, um die „Deutsche“ zu analysieren. „Das war ein guter Tag. Zum Beispiel mit den tausend Meter.“ Da hatten 20 Jungs die Halle gerockt. Mit sieben persönlichen Bestzeiten, dicken Ausrufezeichen und vier Normerfüllungen durch Joel Dufter, Nico Ihle, Hubert Hirschbichler und Jeremias Marx. Mit einem Plus für Joel, der vorher zweimal knapp an der Norm-Hürde vorbei geschrammt war. „Aber der dritte Tag ist meiner. Ein guter Start, in der zweiten Runde aber muss ich noch zulegen.“ 1:09,19 zeigten die Uhren, vor Jahresfrist war er bei seinem - damals überraschenden - Titelgewinn unwesentlich schneller gewesen.

Über die 1000 m der Damen stand Judith Dannhauer erneut ganz oben. „Ziemlich unerwartet,“ wie sein meinte, Und scherzhaft hinzufügte: „Und das als Vollzeit-Mutter und Vollzeit-Hochleistungssportler.“ Das gab Zusatz-Applaus vom Inzeller Publikum. Das letzte Ausrufezeichen setzte Claudia Pechstein. Wer sonst. Über „ihre“ 5000 m hatte die 45-Jährige in starken 7:01,17 den Titel vor Stephanie Beckert gewonnen (7:09,55). Souverän, für die Außenstehenden scheinbar locker. Aber auch die Thüringerin unterbot die DESG-Norm für den Weltcup. Während Bente Kraus, nach ihrer Knie-Verletzung nur aus der Ferne grüßen konnte: „Ich werde alles geben“, ihre Message aus Berlin.

Claudia ihrerseits schüttelte sich danach die malträtierten Beine aus, joggte im Innenraum. Und gewann den Massenstart. Ganz knapp vor Michelle Uhrig, auch eine DM-Gewinnerin: mit vier Starts, dreimal auf dem Podium. Bei den Jungs ging der Rookie-Preis an Jeremias Marx (DM-3. Über 500m), zuletzt auch von Junioren-Bundestrainer Bouwman gecoacht. Er fährt mit zu den Weltcups.

Ergebnisse

Weltcup-Nominierungen:

Herren: 500 m – Nico Ihle, 1000 m – Nico Ihle, Joel Dufter, Hubert Hirschbichler, Jeremias Marx, 1500 m – Patrick Beckert, Moritz Geisreiter, 5000 m – Patrick Beckert, Moritz Geisreiter, 10 000 m – Patrick Beckert, Moritz Geisreiter, Massenstart – Jeremias Marx.

Damen: 500 m – Judith Dannhauer, 1000 m – Judith Dannhauer, 1500 m – Roxanne Dufter, Claudia Pechstein, 3000 m – Claudia Pechstein, Roxanne Dufter, 5000 m - Claudia Pechstein, Stephanie Beckert, TeamPursuit – Claudia Pechstein, Roxanne Dufter, Gabi Hirschbichler, Michelle Uhrig (ohne Reihenfolge), Massenstart – Claudia Pechstein, Michelle Uhrig.