„Auf den 1000 Metern lag mein Hauptaugenmerk. So schnell wie möglich raus aus der B-Gruppe. Ziel erfüllt“, so kommentierte Nico Ihle seinen Sieg in der B-Gruppe beim Weltcup-Auftakt in Stavanger. In 1:09,58 Minuten gewann der 31-Jährige „sein“ Rennen - aufgrund der Disqualifikation in Heerenveen notwendig geworden. Damit kann er in Übersee wieder ins A-Geschehen eingreifen – und Jagd auf die Olympia-Quali über diese Strecke machen. Am gleichen Tag stand an Norwegens Westküste auch der erste Sprint auf dem Programm. „Vielleicht waren die Beine etwas schwer“, meinte Nico, der auch einen Fehler direkt beim Start konstatierte. Kein großer Fauxpas: seit der Silbermedaille beim Auftakt ist er über die 500 Meter im Hinblick auf die Winterspiele sowieso im Plan.

Im A-Lauf über die 1000 m vertrat Joel Dufter die Farben der DESG. Und das mit Verve. Wie nach Rang 12 in Heerenveen angekündigt, drehte der 22-jährige Inzeller in der zweiten Runde auf: Rang 9 diesmal in 1:09,46 Minuten. Und damit die DOSB-Anforderung für Olympia (2 x unter den Top 16) erfüllt. Zuhause bei den Seinen im Chiemgau könnte jetzt mindestens ein Sektkorken knallen. Im vergangenen Winter hatte Joel ja erst seine WM-Premiere erlebt.

Der Eis-Tempel von Stavanger, eine moderne Anlage in der 135 000-Einwohner-Stadt, wäre fast aus den Fugen geraten: als local hero Havard Lorentzen nach dem kurzen Sprint auch über die doppelte Distanz siegte. Die Wikinger, eine Skating-Nation, haben und bejubeln wieder einen Ausnahmeläufer. Heia Havard. Doch die Saison ist lang: bei Olympia im Februar sind die schnellsten Zeiten gefordert. Das gilt auch für die Japanerin Nao Kodaira, die bereits ihren vierten Weltcup-Saisonsieg einheimste – und die Konkurrenz im Moment deklassiert. In ihrem Schatten meldete sich die Österreicherin Vanessa Herzog, die häufig in Inzell trainiert, mit einer 500-m-Bronzemedaille zurück.

Dem Bundestrainer gefielen die „beiden Jungs. Es war nicht top, aber ordentlich.“ Für Van Veen offenkundig, dass „bei dem hohen Niveau im Sprint kein Fehler“ erlaubt ist. Ein Sturz von Hubert Hirschbichler im 1000-m-Rennen (Division B) sowie bei den Damen nur Mittelfeldränge für Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler konnten ihn natürlich nicht zufrieden stellen. „Da ist noch Arbeit nötig.“