170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Für einmal dominierte Bayerisch im norwegischen Stavanger. “Echt guad”, seien sie gewesen, die Dufter-Geschwister aus dem Chiemgau. Einen Tag nach ihrem Bruder Joel (22) knackte Roxanne (25) die Olympianorm für Südkorea 2018. Mit Platz 11 über 1500 m erfüllte sie eine Woche nach Platz 16 in Heerenveen die DOSB-Vorgabe und schickte via Fernsehen Grüße an die Familie, in Inzell eine Eisschnelllauf-Institution.

Das war passiert. An einem weiteren Japan-Tag im Norden und dem klaren Sieg der dynamischen Miho Takagi in 1:55,30 Minuten beendete Roxanne ihr Rennen in 1:58,60 – das reichte nicht ganz für die Top Ten, bedeutete aber die zweite Norm (unter den schnellsten 16). In der letzten Runde schwanden der blondon Skaterin zwar etwas die Kräfte, dem Jubel tat das keinen Abbruch. Sie trainiert konsequent nach dem System von Bundestrainer Jan van Veen und entwickelte sich kontinuierlich. Bis zu den Spielen ist ein weiteren Leistungssprung durchaus möglich, auch wenn Roxanne Dufter sich vor allem dem Team Pursuit verschrieben fühlt.

Ihr Bruder Joel trat diesmal über die 1500 Meter in der Division B an, über 500 m war er gleichfalls im Einsatz. Van Veen schickte aber auch seine Weltcup-Novizen Jeremias Marx und Michelle Uhrig ins Haifischbecken. Und assistierte dann Vorzeige-Profi Nico Ihle bei dessen zweitem 500-m-Einsatz. Der Vizeweltmeister unterbot diesmal die 35 Sekunden (34,98): Platz 16. “Ein Wackler am Start” analysierte er sein Rennen. In der Schlussrunde rutschte er mit dem Schlittschuh auf dem extrem harten Eis leicht weg. “Da habe ich Tempo verloren”, so der Chemnitzer und kündigte im Interview mit Kristin Otto (ZDF) an: “Nach einer Talfahrt geht es auch wieder den Berg hoch.” Die nächsten Weltcup-Wettkämpfe sind auf den schnellen Bahnen in Nordamerika angesetzt.

Am letzten Tag bei den begeisterten Wikinger-Sportfans jedoch rücken die langen Kanten mit Claudia Pechstein (5 km) und Patrick Beckert/Moritz Geisreiter (10 km) in den Fokus. Da ist Ausdauer gefragt.