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CP GoldClaudia Pechstein schreibt Geschichte. Mit 45 Jahren zum Weltcupsieg.Als Claudia Pechstein in Sotschi zweimal knapp an einem olympischen Podestplatz vorbeigeschrammt war, warf sie die Flinte nicht ins Korn, sondern überraschte ihr Umfeld mit der Ankündigung: “Dann eben bei meinen siebten Spielen 2018 in Südkorea.” Inzwischen staunt niemand mehr. Die Berlinerin geht ihren Weg und heimste in Stavanger ihren 33. Weltcupsieg ein. Über “ihre” 5000 Meter. Das bedeutet natürlich die DOSB-Norm, gleichzeitig aber rückt die heute 45-Jährige frühzeitig in eine Medaillenposition für die Games in Gangneung. Dort hatte sie 2017 WM-Silber über die längste Distanz bei den Damen gewonnen.

“Mein Rhythmus stimmte” - im Duell mit der Kanadierin Isabelle Weidemann. Der Plan, Rundenzeiten unter 33 Sekunden zu laufen, ging auf. Und auch das Ziel, die Sieben-Minuten-Marke zu unterbieten, geriet nie aus den Augen: 6:56,60 Minuten reichten für Gold vor Ivanie Blondin (Kanada) und der in den vergangenen Wintern quasi unschlagbaren Tschechin Martina Sáblíková. “Ich habe gut gearbeitet, aber bis Februar ist noch viel Zeit, besser zu werden”, sprudelte es aus einer “super happy” zufriedenen Berlinerin vor dem ZDF-Mikro heraus. Die fünffache Olympiasiegerin erwähnte neue Schienen und das mentale Coaching von Partner Matthias Grosse. Das seien die Grundlagen für den Coup von Stavanger beim einzigen 5-km-Rennen des Weltcups gewesen. Übrigens: die Zeit der damals 41-Jährigen von Sotschi (Platz 5) torpedierte sie um fast zwei Sekunden.

Fortsetzung des Geduldspiels über 10 km. Wen wundert’s, dass Sven Kramer eine Machtdemonstration ablieferte und in 12:50,97 Minuten gewann. Aber gegen den Ahornblattträger mit niederländischen Wurzeln, Ted-Jan Bloemen, musste er schon eine letzte Runde unter 30 Sekunden aufrufen. Patrick Beckert brachte ebenfalls das notwendige Tempo-Forcing beim Schlussspurt aufs Eis. Platz 7 in 13:04,97: die Norm. “Und das war heute das Ziel, um mich über die 10 km zu qualifizieren. Die Zeit ist zudem auch zwei Sekunden schneller als letztes Jahr zum Weltcup”, so der Thüringer direkt nach der Anstrengung. Und gerne ging er ins Detail: “Der Lauf war technisch gut, mit sehr flachen Rundenzeiten. Jetzt kann ich mich in Ruhe auf Februar vorbereiten.” Moritz Geisreiter, der die Norm über die 5000 m unter Dach und Fach gebracht hatte, wurde Neunter beim “Marathon von Stavanger”. In 13:08,87.