170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Die Deutschen sind eine Nation der Langstreckenläufer. So lautet die erste Erkenntnis des Weltcup-Auftakts in Calgary.  Auf dem einmal mehr sehr schnellen Olympic Oval setzte Claudia Pechstein mit Platz 5 über 3000 m das erste Ausrufezeichen. Dann gingen die Jungs in die Spur – und ließen es über die 5000-m-Distanz krachen. Fünfter Moritz Geisreiter in 6:11.47 Minuten, die Bronzemedaille ging an Patrick Becker mit einem neuen deutschen Rekord (6:10,80). „Das ist mal ein Auftakt“, kommentierte Teamleader Helge Jasch.

„Ich wollte mir den Rekord zurückholen, deshalb habe ich mir vorher genau die Rundenzeiten angeschaut. Der Plan war ein konstantes Rennen. Und am Ende probieren, dann nochmals zu beschleunigen“, beschrieb der Erfurter sein Race-Konzept. Alles aufgegangen, auch das starke Finale mit einer Schlussrunde in 28,9 Sekunden „Dass es sogar Bronze wurde, zeigt, wie viel der Deutsche Rekord mittlerweile wert ist.“  Nur Sven Kamer und Ted-Jan Bloemen waren schneller, anderen Favoriten aber ging auf den letzten Runden förmlich der Sprit aus.

Moritz Geisreiter sprach von „Freud und Leid“, die so eng zusammenlagen. „Ich hatte den Finger am Podium und wollte unter 6:10 laufen. Aber die ersten 600 Meter habe ich verschlafen“, so seine ehrliche Analyse. Sechs Zehntel fehlten zum Glück. Zwischen die beiden DESG-Cracks schob sich der Italiener Andrea Giovannini, die Azzurri (4./6.) melden im olympischen Winter ihre Ansprüche mit Nachdruck an. 

„Das kommt noch“, kündigt Geisreiter gleich den nächsten Step für Salt Lake City. „Dann will ich nochmals puschen“. Er hatte in seinem Rennen immerhin den Oranje-Gleiter Jan Blokhuijsen abgefangen. Bei den Damen fehlte Claudia Pechstein beim Sieg der Japanerin Miho Takagi, bisher über 1500 m so magristral, auch nur eine Sekunde zum nächsten Podestplatz. Unmittelbar vor ihr verpasste Martina Sáblíková erneut die Medaillen. Die Tschechin wählt einen kontinuierlichen Anlauf Richtung Saison-Höhepunkt in Südkorea.