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FOT 6361 ISU World Cup Calgary 021217 2MdJDer deutsche "D-Zug". Claudia Pechstein, Gabi Hirschbichler und Roxanne Dufter. Foto: Martin de JongDer erste Advent in den Rock Moutains, das klingt verführerisch romantisch. Aber statt in einem verschneiten Blockhaus brennt das Kerzlein im Olympic Oval von Calgary. Der vorletzte Qualifikations-Weltcup lässt keinen Raum für besinnliche Feierstunden: nur schnell um die Kurven lautet die Devise. An die sich die DESG-Damen im Team Pursuit hielten. Bundestrainer Van Veen hatte die Staffel in der Vorbereitung qualitativ wie quantitativ gepuscht. “Viel mehr als Hinterherlaufen”, sei das gewesen meinte der Holländer süffisant beim Medienseminar des Verbandes. Und in Calgary zeigten Claudia Pechstein, Roxanne Dufter und Gabriele Hirschbichler ein Top-Rennen. Der Lohn: Silber in guten 2:56,86 Minuten. “Einen harmonischen Lauf” konstatierten die Betreuer. Und auf dem Podest durfte das Trio jubeln. Im Weltcup liegt man auf Rang 3, da stimmen die Vorzeichen für Korea – Rang 8 ist erforderlich. “Eine olympische Medaille” hatte Jan van Veen frühzeitig als machbar ausgegeben. Schneller waren nur die in diesem Winter fast furchterregend formstarken Japanerinnen, Oranjes Damen kamen auf der Geraden zu Fall.

Auf die 1000 Meter der Herren richteten sich viele Augen an Tag II. Was würden Nico Ihle und Joel Dufter auf dem erneut guten, aber nicht ultra schnellen Eis bewirken? Der Chemnitzer holte mit Rang 15 die halbe DOSB-Norm über diese Strecke. Und grantelte nach der mäßigen Zeit (1:08,19): “Leider mit keiner guten Innenkurve – und somit bin ich nicht an meine Grenzen gekommen und habe mich nicht ausgepowert gefühlt. Jetzt gebe ich alles über die 500 Meter.”

Noch ärgerlicher lief es für den Bayern. Leichtes Fieber und Halsschmerzen verhinderten Dufters Start kurzfristig. “Richtig Sch...” entfuhr es ihm. Er hatte in der Höhenlage von Calgary seine persönliche Bestzeit angreifen wollen. Die beiden Niederländer Verbij und Nuis sorgten für einen standesgemäßen NL-Doppelsieg. Die norwegische Sprintentdeckung Lorentzen holte die Bonzemedaille.

Claudia Pechstein ist fast nichts zu viel. Nach dem Pursuit mischte sich die 45-jährige Berlinerin noch unter die Massenläuferinnen. Und ergatterte in der Vorschlussrunde einen Startplatz für das Finale kurz vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit.