170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

DSC 5687 ISU World Cup Salt Lake City 101217 MdJ 2Strahlende Gesichter in Salt Lake. Patrick Beckert, Ted-Jan Bloemen und Moritz Geisreiter. Foto: Martin de JongEin solches Weltcup-Wochenende haben die deutschen Eisschnellläufer lange nicht mehr erlebt. Vier Medaillen auf dem schnellsten Eis der Welt, in Salt Lake City. “Damit können wir den ersten Weltcup-Block guten Mutes abschließen”, bilanzierte Teamleader Helge Jasch in Utah. “Aber dieser Abschluss mit drei Podiumsplätzen am Sonntag war schon der Wahnsinn.”

Well done, DESG-Skater. Patrick Beckert und Moritz Geisreiter bestiegen das Podium über 5000 m Meter. Vorher gewann Claudia Pechstein (3000 m) Bronze. Mit der gleichen Platzierung hatte sich das Team Richtung Olympia katapultiert. Judith Dannhauer erfüllte im Sprint die DOSB-Norm.

“Das war ein Superlauf. Und auf diesen deuschen Rekord bin ich sehr stolz. 6:07 Minuten sind noch nicht viele auf der Welt gelaufen”, so Patrick Beckerts Reaktion nach exakt 6:07,02 im direkten Duell mit Moritz Geisreiter (6:07,31), der sich ebenfalls der Form seines Lebens nähert. Vor vier Jahren hatte der Zweimeter-Mann erstmals von einer Olympia-Medaille als Vision gesprochen – doch dann immer wieder Verletzungen und Krankheiten Tribut zollen müssen. Jetzt stimmt der Formaufbau – nach großen Problemen in der zweiten Saisonhälfte 2016/17. Bei Patrick, zuletzt schon Dritter in Calgary, verläuft die Leistungskurve ähnlich. Aber der Erfurter kennt in diesem Winter nur ein Ziel: Gangneung. Bis dahin will er sich weiter steigern – zumal am Großen Salzsee der “unbezwingbare” Sven Kramer nicht am Start stand. Ted-Jan Bloemen hieß der Überflieger (6:01,86) in SLC.

Claudia Pechstein hat einen Früh-Winter comme il faut hinter sich. Mit dem Team erfolgreich, auf “ihrer” 5000-m-Distanz und im Massenstart. Und jetzt über die 3000 m, die sie manchmal zum ”Einlaufen” nutzt. 3:58,69 Minuten betrug die SLC-Zeit, Gold ging an die Russin Natalia Voronina in 3:57,70. “Die 3000 m zum zweiten Mal in Folge unter vier Minuten zu laufen ist einfach sensationell. Ich bin superstolz, dass ich das Rennen so durchziehen konnte, denn die trockene Luft in der Höhe von Salt Lake hat mir sehr zu schaffen gemacht.” Kurz vorher hatte die junge Mama Judith Dannhauer – auf den allerletzten Drücker - das Unmögliche wahr gemacht. Über den Sieg im B-Rennen (37,95 Sekunden) in die Elite-Divison aufgestiegen und dort (in 37,90) Dreizehnte. “Mir sind ganze Felsbrocken vom Herzen gefallen”, ihr erster Eindruck. “Denn ich habe viel zurückgesteckt und hart gearbeitet, um Familienleben und Leistungssport unter einen Hut zu bekommen. Das erforderte enorme Kraft und jede Menge Organisation. Um so glücklicher bin ich, dass mein Traum wahr wird und ich ein viertes Mal an den Spielen teilnehmen darf. Natürlich muss bis zur Nominierung gewartet werden, aber ich hoffe, das ist nur Formsache.”

Salt Lake bescherte auch Gabi Hirschbichler (Platz 1 über 1500 m im B-Lauf), Roxanne Dufter, Achte in der A-Division, Moritz Geisreiter, Weltcup-Neuling Jeremias Marx (beide 1500 m), Nico Ihle (deutscher Rekord) oder Newcomerin Michelle Uhrig (3000 m) persönliche Bestmarken. Für die meisten DESG-Aktiven war Utah eine Reise wert.