170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Manner beim EinkaufManner beim Einkauf... Foto: DESG-PresseDOSB-Chef Alfons Hörmann gab das Motto bei der ersten Einkleidung der deutschen Olympia-Aspiranten vor. “Wenn man die gemeinsame Kleidung bekommt, ist man Teil der Mannschaft.” Das traf im Münchner Post-Palast auch für alle deutschen Eisschnelllauf-Qualifikanten zu. Beim Empfang von mehr als 60 einzelnen Ausstattungs-Gegenständen, von den Boots bis zur Einmarschkleidung oder der Wintermütze: dann kam alles in einen Einkaufswagen und wird demnächst nach Gangneung verfrachtet.


Chic sahen sie aus, aber vor allem muss es passen. Ob Trainingskleidung – sowie  die elegante Montur für offzielle Anlässe. Geduldig standen die Skater in der Schlange, hinter ihnen drängten schon die weltbesten Rodler um Natalie Geisenberger nach. Und der Hackl Schorsch zählte sowieso zu den ganz prominenten Gesichtern. Aber viel Medien-Aufmerksamkeit ernteten auch die DESG-Kufenflitzer. Claudia Pechstein wurde in der Talkrunde auf eine mögliche Funktion als Fahnenträgerin (“das wäre eine große Ehre und Motivation”) angesprochen. Nico Ihle gab eine wahre Interview-Serie und bestätigte, erst Anfang Februar ans Japanische Meer zu reisen (“ich bin erst in der zweiten Olympia-Woche dran”), während das Gros am 31. Januar Richtung Seoul in die Maschine steigt.
Die finale DOSB-Nominierung erfolgt am 23. Januar: dann steht das “Team Deutschland”, das in Fernost die Ausbeute von Sotschi (19 Medaillen) toppen möchte. Das trifft auch auf die deutschen Eisschnellläufer und Short Tracker zu. 2014 am Rande des Schwarzen Meeres war ein Tiefpunkt, doch der aktuelle Saisonverlauf gibt Anlass zu leichtem Optimismus. Zum Beispiel im Fall von Patrick Beckert, dem die rote Trainingsjacke ebenso steht wie der silberne Edel-Anorak. “Ich bin vor allem froh, dass man mich als Medaillen-Mitfavorit einschätzt.” Schon vor acht Jahren stand der Thüringer – mit 19 Lenzen – in Vancouver auf dem olylmpischen Eis. 2014 wurde er bereits Sechster (10 km). “Seither habe ich vier Jahre auf diese neue Chance hingearbeitet”, sagt er. Schon an Tag II der Games steht das Rennen über 5000 Meter auf dem Zeitplan.
Kollege Moritz Geisreiter, der auf die EM wegen eines Infektes hatte verzichten müssen, präsentierte sich in München topfit. Gar nicht leicht fiel es dem Zwei-Meter-Mann jedoch die richtigen Größen zu finden. Auch die zarten DESG-Damen wie Gabi Hirschbichler, Judith Dannhauer und Michelle Uhrig testeten ausgiebig, ob alles sitzt. Aber adrett sehen sie alle aus. Die Fotografen bekamen Motive im Sekunden-Rhythmus geboten. Joel Dufter, der Mann für die 1000 Meter, zeigte sich dagegen noch etwas blass um die Nase. “Der letzte Monat hatte es auf mich abgesehen.” Immer wieder Erkrankungen. Aber er sei auf dem Weg der Besserung. Und demnach fit, zusammen mit Schwester Roxanne eine besondere familiäre Premiere zu erleben.
Dann schaute Martin Schmitt als Experte von Eurosport vorbei – der ehemalige Skispringer überredete die DESG-Sprinter zu einem Versuch auf der virtuellen Schanze. Alles ging gut aus. Auch die heisere Stimme von Claudia Pechstein, nach einer Erkältung, klang wieder besser. Als die “Erfahrenste” sagte, auch vor ihren siebten Spielen “klopft das Herz immer noch.”
Abschließend ein Gruppenbild mit den Rodlern und dem Dream-Eislauf-Paar Savchenko/Massot. Die DESG-Vertretung gab ein gutes Bild ab. Und machte sich vom Bayerischen direkt auf nach Thüringen, wo der nächste Lehrgang beginnt. Alles für die Olympischen Spiele, ab dem 10. Februar der winterliche Hotspot.

GabrieleJoelJudith