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Schubi2Christoph Schubert: "Ich glaube dran".
Foto: DESG-Presse
Dresden ist das Eldorado des Short Tracks. Hierher kommen mehr Zuschauer, laufen die deutschen Kurvenflitzer als ging alles viel leichter. Die Halle in Elbflorenz ist ihr Wohnzimmer, weil Zuhause oft manches leichter fällt. Das merkten die Kiebitze an Tag I der Europameisterschaften. Die für Olympia qualifizierten Damen Bianca Walter und Anna Seidel überstanden ihre Vorläufe, “Heats” genannt, souverän und stehen in den nächsten Runden, dh. Halbfinale (1500 m) und Viertelfinale (500 m/1000 m). Die Lokalpresse hatte im Vorfeld intensiv darüber philosphiert, dass das halbe Trainingsjahr in Utrecht bei der niederländischen Trainerin Wilma Boomstra manches zum Besseren gewandelt hatte. Und Anna meinte: “Wir haben viel mitgenommen.” In erste Linie bei der Technik wurde der Hobel angesetzt.

Das traf auch auf Christoph Schubert zu. Er sagt: “Deutschland ist eine Kraftnation. Aber um zur Weltspitze zu kommen, brauchen wir die Technik.” Und mit diesem “Upgrade” schob sich der 23-jährige Dresdner in Postion für die allerletzte Chance Richtung Olympia. Auf allen drei Einzelstrecken kann er das Ticket in allerletzter Minute noch lösen. Ultraschwer, aber theoretisch machbar. Und kein unerklimmbarer Himalaya-Gipfel? “Ich glaube dran.” Und wenn nicht? Dann greift der nächste Karriereplan des Sachsen. Der Anlauf auf Olympia 2022. Dann bis auf das Podest. “Weil ich nicht irgendwann mit meiner Partnerin auf der Couch sitzen will, um festzustellen, dass ich mehr hätte erreichen können.”

Schubert glaubt, die Umstellung auf die von Wilma geprägte Technik (Parallelen  zu Eissschnelllauf-Bundestrainer Van Veen, der auch völlig andere Ansätze predigt, sind offenkundig) könne kaum in sechs Montane funktionieren. “Zwei Jahre. Mindestens,” kalkuliert er. Aber diese Zeit nimmt er sich. Es geht immer weiter. Christophs Maxime lautet (wörtlich): “Ich schaue nicht auf die Positionen 7, 8, 9. Sondern 1, 2, 3.”

Und wie der Untergrund in der EnergieVerbund-Arena “flutscht” bewiesen die Damen in der Staffel. Dank Platz 2 stehen sie im Halbfinale. Tina Grassow sprach hinterher davon, dass man “läuferische Defizite durch taktische Umstellungen gelöst” habe. Gina Jacobs zog mit – am Ende setzten aber Bianca und Anna den Knopf drunter. Schade, dass dieser D-Express das Olympia-Ticket verpasst hatte. Auch das Herren-Team nutzte eine der wenigen Gelegenheiten sich zu präsentieren und erreichte die nächste Runde. Das verspricht “High life” an Tag 2. Und Anna fühlt sich als zweifache Laufsiegerin besonders motiviert, “dass es jetzt um die Entscheidungen geht.”. Über 1500 und 500 m.