2018 01 20 2973 Patrick LHPatrick blickt zuversichtlich Richtung Olympia. Foto: DESGphoto/L.HagenEisschnelllauf-Weltcup in Erfurt am Samstag – das waren Wettkämpfe mit Symbolcharakter. Denn in exakt drei Wochen werden in Korea die 23. Olympischen Winterspiele eröffnet. Zu den ersten Entscheidungen an Day One gehören auch die 3000 m der Frauen, aus DESG-Sicht durchaus ein beachtenswerter Wettkampf.

In der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle standen die 5000 Meter der Herren auf dem Programm. Auch da schauten viele genau hin. Wie würde Lokalmatador Patrick Beckert, in der Stadt auf Plakaten überlebensgroß dargestellt, diese Generalprobe anpacken? Der 27-Jährige traf im letzten Paar auf seinen kanadisch-niederländischen Dauerrivalen Ted-Jan Bloemen – zuvor aber hatten Sverre Lunde Pedersen mit Bahnrekord (6:14,66) und der italienische Europameister Nicola Tumolero (6:16.11) den Tarif angegeben. Da kam Patrick nicht mehr heran: Rang 5 in 6:19,53 beim Test nach langer Trainingsphase. Moritz Geisreiter beendete das Rennen als Zehnter. Vorher hatte Nico Ihle Wiedergutmachung betrieben. Ebenfalls Fünfter über 1000 Meter in 1:09,21 Minuten. Nach dem verkorksten 500-er-Rennen bog er auf die olympische Zielgerade ein.

Judith Dannhauer katapultierte sich im zweiten Sprint erneut unter die Top Ten, ein erster Fehlstart verhinderte eine bessere Zeit. Die legte Newcomer Jeremias Marx über 1000 Meter (Division B) aufs Eis. 1:11,13 brachten dem 20-jährigen Erfurter die ersten Weltcuppunkte (sechs) seiner Karriere ein. “Ich hatte selten einen Sportler, der in diesem Alter schon so weit war”, beschrieb Heimtrainer Peter Wild in der “Thüringischen Landeszeitung” den Aufstieg des Perspektiv-Skater, den man beim Übersee-Trip quasi ins kalte Weltcup-Wasser geworfen hatte.

Nico Ihle absolvierte gerne die “Pflichten”: erst TV-Interviews (die ARD bringt den Erfurt-Weltcup in die gute Stube), dann Auskünfte in der Mixed Zone an die Adresse der Medien und immer wieder Autogrammwünsche. Tenor: “Auch wenn ich Zeit liegen gelassen habe, bin ich zufrieden. Vielleicht war der Lauf sogar zu sauber, nicht agressiv genug.” Dennoch spürt er Selbstsicherheit und freut sich auf die Strecken-Doublette (500/1000 m) am Schlusstag. “Das liegt mir.” Vorher hatte sein Coach Klaus Ebert angemerkt: “Das ist hier auch Training. Und da passieren Fehler.” Er ist überzeugt, dass “die Basis für Olympia stimmt”. Zu optimieren gelte es “das Startverhalten und die Kurventechnik.”

Die 1500 Meter der Frauen – das war nach dem Geschmack der zahlreichen Oranje-Fans (insgesamt 1527 Zuschauer). Ireen Wüst zeigte, an wem sich Medaillen-Aspirantinnen für Gangneung orientieren müssen. An der 31-jährigen Ausnahmeläuferin, die den nächsten Bahnrekord um nur fünf Hundertstelsekunden verpasste: 1:55,66. DESG-Bundestrainer Jan van Veen notierte zwei Top-Ten-Resultate für die Inzeller Delegation. Gabi Hirschbichler bleibt im Flow: Neunte in 1:57,96. Direkt vor Roxanne Dufter. Das gleicht auch einem weiteren Herantasten an den Team Pursuit, bei den Spielen im Fokus der DESG-Damen.

Viele Fragen rankten sich um das Thema “Was passiert auf den letzten Metern Richtung Winterspiele?” Patrick Beckert sortierte “acht” Kandidaten für das Podium der Langstrecker. Und er gehört zu diesem Kreis. Seine beste Zeit beim Heimspiel beschrieb er als “aus der Training heraus”. Jetzt beginnt der Feinschliff. Das gilt auch für Moritz Geisreiter (10.), der einen leichten Infekt auskurierte und direkt zurück in die bayerische Heimat fährt. “Zu einem letzten kleinen Trainingslager.” Am 31. Januar ist der Check-In für den Flug nach Asien.