170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

„Coach the coach“ heißt ein Konzept, das DESG und DOSB zur Intensivierung der Trainerarbeit verabschiedeten. Für den Bereich Short Track verpflichtete der Verband zum 1. Oktober den kanadischen Kurvenflitzer-Fachmann Guy Thibault, der zu seiner Person, den Aufgaben und Zielen Stellung nimmt.

 

Monsieur Thibault, Sie sind verheiratet und haben zwei Kinder. Erzählen Sie uns ein bisschen mehr…
„Ich möchte in Form bleiben, deshalb laufe ich, fahre Rad und spiele viel Hockey. Außerdem schreibe ich ein Buch über Shorttrack, das bald erscheint.“

Sie waren selbst aktiv auf der langen Bahn. Was brachte Sie zum Short Track?
„Ich begann 1975 mit Eisschnelllauf, damals als Short Tracker. 1984, obwohl immer noch ST-Skater, bin ich bei einem Ausscheidungswettkampf auf der langen Bahn angetreten und kam ins Nationalteam. Dem gehörte ich bis 1992 an (da habe ich aufgehört) und konnte an zwei Olympischen Spielen (Calgary und Albertville) auf der 400m-Bahn teilnehmen. Danach wurde ich Eisschnelllauf-Coach bis 1998. Nach Nagano folgte die Ernennung zum Head-coach des kanadischen ST-Teams, diesen Job übte ich bis 2006 aus.
In den letzten vier Jahren war ich Sportdirektor Leistungssport beim US-Verband für beide Disziplinen.“

Welche Informationen haben Sie vorab über das deutsche Team? Und skizzieren Sie bitte Ihre Pläne.
„Mir liegen News über das Team vor: Testergebnisse, Trainingsprogramme, Wettkampfergebnisse, usw. Meine Aufgabe wird es sein, eng mit den Trainern zusammenzuarbeiten und ihnen zu helfen, die Athleten auf das nächste Level zu bringen. Ich muss längerfristig planen und damit in Deutschland eine Struktur schaffen, die auch in Zukunft gute Skater hervorbringt.“

Glauben Sie, dass Sie etwas vom kanadischen Short Track-Enthusiasmus auf Deutschland übertragen können?
„Ich werde mein Bestes geben. Short Track ist meine Leidenschaft, seit 35 Jahren! Es ist in Deutschland aber nicht so bekannt, weil man mehr eine Langstrecken-Kultur pflegt. Ich denke, beide Sportarten werden von einer engeren Zusammenarbeit profitieren.“

Existieren bereits Verbindungen nach Deutschland, vielleicht zu Sportlern?
„Ich kenne einige Athleten und habe Tyson Heung vor sechs oder sieben Jahren trainiert. Eric Bédard war früher ebenfalls in meinem Team.“

Wie oft werden Sie in Deutschland oder mit dem Team unterwegs sein?
„Es ist geplant, dass ich bis zum Ende der Saison – ca. 17 Wochen – beim Team, resp. in Deutschland bin. Und natürlich zu allen Weltcups und Welt-meisterschaften reise.“

Haben Sie mit Eric Bédard über dessen Erfahrungen in Deutschland gesprochen?
„Ja, ich stehe noch immer in sehr engem Kontakt mit ihm. Als er für Deutschland arbeitete, tauschten wir fast wöchentlich Emails aus.“

Werden Sie die DESG bei ihrer Suche nach einem Bundestrainer unterstützen?
„Absolut! Das ist eine meiner Prioritäten im Oktober.“