StaffelFinale erreicht. Die Herren-Staffel im Interview. Foto: DESG-PresseSprints der besonders spektakulären Art standen am zweiten EM-Tag im Fokus der Shorttrack-Fans auf den gut gefüllten Tribünen der Dresdner EnergieVerbandArena. "Von „bombastisch“ bis „danke, liebes Publikum“ reichten die Lobeshymnen der DESG-Läufer für die Unterstützung. Und auch als Robert Becker und Christin Priebst, jahrelang „zuhause“ auf dem Eis an der Elbe am Ende ihrer Karriere verabschiedet wurden, donnerte tosender Applaus von den Rängen. Dresden bleibt das beste ST-Pflaster in Deutschland, Insider verbessern, in ganz Europa.

Da passte es zur Stimmung, dass sich Robert Seifert und Paul Herrmann über diese Vorläufe ins Viertelfinale kämpften. Herrmann nutzte dann allerdings selbst seine 500-m-Bestzeit nicht zum nächsten Step. Sein Kollege katapultierte sich sogar zum neuen Deutschen Rekord: 41,070 Sekunden. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell sein kann. Aber die anderen waren eben noch einen Tick flotter.“ Ein „bisschen Enttäuschung“ konstatierte der 26-Jährige, um als Neunter des Sprints sofort wieder die positiven Aspekte zu finden. „Ich bin wieder näher herangekommen“. Bundestrainer Miroslav Boyadzhiev konstatierte sehr realistisch: „Wir waren weit weg, haben aufgeholt, aber eben noch nicht genug.“

Dennoch: die guten Vorstellungen auf den Einzelstrecken sind eine Basis, auf der ein Neuaufbau gelingen kann. Tina Grassow hatte aber nicht nur das Glück der Tüchtigen auf ihrer Seite, als sie das Sprint-Halbfinale (zwei Athletinnen vor ihr stürzten in der letzten Kurve) erreichte. „Das nehme ich gerne mit“, dennoch ist ihre Entscheidung über eine Fortsetzung der Karriere offen. Über die 500 m hieß das: Rang 8 für die Dresdnerin, der Titel ging an Arianna Fontana aus Italien. Bei den Herren verneigte sich das Publikum voller Respekt von Wiktor Ahn. Der dreifache Olympiasieger, inzwischen für Russland aktiv, einer der absoluten Heores auf dem Eis Man darf gespannt sein, was der 28-Jährige in Sotschi im Schilde führt. Und wie dicht sich Robert Seifert herankämpft.

Trommel-Stakkatos auf riesigen roten Ölfässern sorgten in der Eis-Pause für die Einstimmung auf die Halbfinals der Staffeln. Dann brachten die beiden German Teams die „Hütte“ in Wallung. Das Quartett Grassow-Riedel-Walter-Seidel verteidige mindestens Position 2, das hätte zum Showdown am Sonntag gereicht. Erst auf den letzten Metern, auch aufgrund eines Wechselproblems, zogen die Russinnen – hauchdünn - vorbei. Doch die Fans verabschiedeten die Damen, wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, begeistert. Steigerung unmöglich? Keinesfalls: die Herren setzten die Vorgabe ihres Bundestrainers, offensiv zu agieren, voll um. Seifert: „Das war unser erklärtes Ziel“ – und es reichte für den Finaleinzug. Auch weil Paul Herrmann in bekannter Manier 110 Prozent gab, noch geschubst, die Finishline auf dem Hosenboden überquerte. Ein i-Tüpfelchen im Hinblick auf den letzten Tag des Dramatik-Events an der Elbe, wo Short Track Emotionen bewegt.