Bente und BärBente und ihr "Glücks-Bär". Foto: DESG-PresseWelches Panorama. Rings um Eis-Palästen gleichenden Hallen am Meer erheben sich tiefverschneite kaukasische Gipfel. Postkartenmotive wie auf den damaligen Bewerbungs-Unterlagen der Veranstalter. Und siehe da, auch rund um Adler Arena (Eischnelllaufen) und Iceberg Palace (Short Track) grünt es - irgendwie scheinen die Macher gezaubert zu haben. Empfinden auch Olympia-Starter der DESG. „Beeindruckend“, so ihre Eindrücke. Während andere Dinge nun zurückstehen. „Habe ich ausgeblendet“, meinte Jenny Wolf nach dem zweiten Trainingstag zu den Umständen des Drumherums. Die Silbermedaillengewinnerin von Vancouver über 500 m hatte vorher im Internet alles Wissenswerte recherchiert. Jetzt zählt der Sport. Das Eis empfand sie derzeit als „zu hart“, eher nicht ihr Ding. Aber Maximal-Einheiten stehen bisher ohnehin nicht auf dem Programm. „Dafür sind die Wege, ob zum Essen oder zum Stadion, angenehm kurz“. Von der Terrasse des deutschen Quartiers scheint die Halle, in 15 Minuten zu Fuß erreichbar, zum Greifen nahe.

Wo inzwischen bereits ARD und ZDF ihre Kameras aufbauten. Eine Woche vor den ersten Entscheidungen bei Herren (5000 m am Samstag) und Damen (3000 m/Sonntag) ist manches Wort gefragt. Claudia Pechstein hangelt sich vom russischen zum deutschen Fernsehen weiter. „Natürlich spüre ich mein Alter nicht nur im Kopf, sondern am ganzen Körper“, verriet die 41-Jährige. Hinter sich hatte sie gerade knüppelharte Runden mit den russischen Skatern, schnellen Jungs in ihren weißen Overalls. „Ich habe gefragt, ob ich bei denen mitlaufen kann.“ Und dann heftete sie sich an die Kufen-Enden von drei einheimischen Skatern. „Davon profitiere ich beim Wettkampf“, so ihre Erfahrung. Multinationale Zweck-Gemeinschaften, Olympia verbindet.
Dann wurde es noch (halb)ernst. Bundestrainer Stephan Gneupel bat zum Test über 3000 m (Herren) und 1500 m (Damen), organisierte die inoffizielle Zeitmessung und konnte die Seinen erstmals mit kräftigem Sound in der Stimme anfeuern. „Es lief ganz gut“, das Fazit, nachdem Patrick Beckert, Alexej Baumgärtner, Moritz Geisreiter und Robert Lehmann sowie Stephanie Beckert und Bente Kraus ihr Rendezvous mit dem Eis beendet hatten. Eine strahlte. Bente, im Vorjahr Achte hier über 3000 m, bestätigten in rund 2:01 Minuten ihren Formanstieg. Das erste Get together mit den Winterspielen kann also beginnen. Und immer den kleinen Eisbär ihres Berliner Vereins dabei. Sowie die ansteckende Laune. „Ich freue mich unheimlich, wir haben uns das Zimmer gemütlich eingerichtet. In der Mensa gab es ein Foto mit dem amerikanischen Snowboard-Superstar Shaun White. Kurzfristig ließ sich die Mama zu einem Trip ans Schwarze Meer überreden. Zu gerne würde Bente mit ihr auch abseits der Entscheidungen auf Erkundung geben: „Olympia, wir kommen!“ Und der Auftakt passte so recht. „Bevor mir am Sonntag sicher die Düse geht.“