Bibi und AnnaBibi und Anna: Nächster Versuch. Foto: Bianca Walter/FBJetzt geht es wieder in den „Olympia-Tempel“ der XXIII Winterspiele, für die beiden deutschen Shorttrackerinnen Anna Seidel und Bianca Walter. Und, realistisch betrachtet, stehen die Chancen besser als über 500 m, als beide die Überlegenheit der Weltklasse anerkennen mussten. Auf der längsten Strecke, den 1500 m, feierte Anna Seidel (19) – vor ihrer Verletzung - große Erfolge. Ein Weltcuppodium 2015, ein 6. Rang in der gleichen Saison. Bianca Walter holte sich über diese Distanz mit zwei Halbfinal-Einzügen das Olympia-Ticket. Genau das möchte Trainer Daniel Zetzsche beim letzten Gedankenaustausch mit der 27-Jährigen „ansprechen“: als besondere Motivation für den Einsatz in der Ice Arena.

Beckert dpaBeckert: "Ein langer Weg". Foto: dpaManche trauten im Gangneung Oval ihren Augen nicht. Sven Kramer (31), der 5000-m-Olympiasieger, rettete sich mit Ach und Krach und 32-er-Zeiten über die Ziellinie. Platz 6 für den Niederländer, der beim dritten Anlauf auf das 10-km-Gold eine weitere Apokalypse erlebte. Andererseits: auch Ausnahme-Skater sind „verwundbar“, weshalb die Medaillen an Ted-Jan Bloemen und den Italiener Nicola Tumolero gingen. Das DESG-Duo Patrick Beckert (7.) und Moritz Geisreiter (9.) konnte die selbstgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. „Nicht, dass es ein schlechter Lauf war. Meine zweitbeste Flachlandzeit, aber andere waren besser.“

TeamFast wie zuhause: Gespräche am "Küchen"-Tisch. Foto: DESG-PresseLängst ist es ein nettes Zuhause, die Unterkünfte der deutschen Eisschnellläufer und Shorttracker im Athleten Village. Die Wohngemeinschaften sind mit allerlei Gegenständen von Zuhause geschmückt – gemeinsame Wohnzimmer mit Sofa-Ecke und Flachbildschirm lassen ohnehin zusammenrücken. Auch notwendig für die lange Zeit von über drei Wochen in den schmalen Hochhäusern am Stadtrand von Gangneung. Sehen aus wie Zahnstocher, identisch geriet das Mediendorf, ein Steinwurf entfernt.

Jorien 1000 MdJNiederlande: Läuft!
Foto: Martin de Jong
Eisschnelllauf in Motion. Das erlebten die Olympia-Fans beim Damen-Rennen über 1000 Meter in Reinkultur. Immer schneller, zunehmend spezifischer, Zeit um den Atem anzuhalten, blieb selten, als Rotschopf Jorien Ter Moors (Niederlande) und die Japanerinnen Nao Kodaira und Miho Takagi die Medaillen unter sich ausmachten. Das DESG-Trio spielte bei diesem Abflug in den Eis-Orbit wie zu erwarten eine Nebenrolle, obgleich sich Gabi Hirschbichler (15.) zufrieden zeigte, Judith Hesse (26) ihre Anlaufstrecke unter die Kufen nahm und Michelle Uhrig (31.) einfach nur glücklich sein konnte, unerwartet zwischen den fünf Ringen hindurch zu zirkeln. Mehr war für Bundestrainer Van Veen nicht drin: für ihn beginnen nun die heißen Tage.

Patrick 5000 MdJPatrick: 10 000 m bis zur Kotzgrenze. Foto: Martin de JongDie (naheliegende) Frage hätte man sich verkneifen sollen. „Welches sind die Schmerzen, die ein 10-km-Rennen auslöst?“ Moritz Geisreiter mag das am Tag vor der Höchstanstrengung bei den Olympischen Spielen nicht thematisieren. Patrick Beckert auch nicht, meint dann aber, erst gehe es in den Beinen los, dem Rücken „und dann kommen noch Kopfschmerzen.“ Beide meinen, es ging bis zur Kotzgrenze, obgleich das in der Praxis eher nicht passiere. „Aber wir müssen auch darüber hinausgehen“ (Patrick).

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