MastersMasterssieger René van Bernum. Foto: privatAm vergangenen Wochenende erlebte Inzell die 9. Master Sprint Games, die inoffizielle Weltmeisterschaft. Insgesamt nahmen 204 Teilnehmer aus 14 Nationen in den Altersklassen von 30 bis 80 Jahren teil. Die deutschen Athleten erlebten einen wahren Medaillenreigen: einmal Gold, je sechsmal Silber und Bronze ihre satte Ausbeute. Die Goldmedaille holte in einem spannenden Wettkampf  René van Bernum in der AK 50, die mit 23 Startern nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ sehr hochwertig war. Der Sieg ging nur über einen neuen Weltrekord in der Altersklasse mit 154,350 Punkten im Sprintvierkampf. Über  1000 m wurde eine neue Höchstmarke mit einer Zeit von 1:16,12 nur um 0,13 Sekunden verpasst.

Nico SiegNicos 2. Sieg in Berlin.
Fotos (alle): DESGphoto/Lars Hagen
Wenn im deutschen Eisschnelllaufen Märchen wahr werden, dann gebührt Tag I des Berliner Weltcups die Erfüllung. Während DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen für die offizielle Verabschiedung von Samuel Schwarz Urkunde und Goldenen Schlittschuh bereit hielt, siegte Nico Ihle im Rennen über 500 Meter. Und alle lagen sich in den Armen. Samu gratulierte seinem ehemaligen Trainingspartner, Nico war stolz, diesen Coup („mein Abschiedsgeschenk“) so optimal getimt zu haben. Und die DESG-Chefin erlebte einen Auftakt nach Maß beim Heimspiel. Der Samstag dürfte noch mehr Fans ins Sportforum locken. Dank Nicos PR.

Schnelles EisSchnelles Eis in Berlin. Foto: DESGphoto/Lars HagenOttmar Trittel (60) reibt sich die Hände, wenn die Eissprinter in möglichst weniger als 35 Sekunden über 500 m um das Eis-Oval in Hohenschönhausen „fliegen“. Trittel liebte einst die „singenden“ Reifen als er noch Weltklassefahrer im DDR-Bahnradvierer war. „Geschwindigkeiten sind die Würze des Sports, auch im Eisschnelllauf“, sagt der Chef-Eismeister, jetzt beim Weltcup in seinem Element. Die Eisschnelllauf-Halle gilt von der Grundkonstruktion her als alter Kasten. „Das Eis ist aber die blanke Sahne“, schwärmt der EM-Dritte Nico Ihle. Der Sachse gesteht: „In Berlin laufe ich nicht nur wegen des Heimweltcups gern. Hier kann ich auch durch das gute Eis richtig Tempo machen.“ Vielleicht glückt ihm oder einem anderen Kufenflitzer ja sogar ein Bahnrekord.

„Eine Position unter den Top 15“, hatte sich Joel Dufter für seine erste Saisonhälfte im Weltcup vorgestellt. Das würde die Fortschritte des Inzellers vor allem über 1000 Meter, bestätigten. Dann geschah das kleine Wunder von Heerenveen: Fünfter bei einem Lauf in 1:08,87 Minuten, bei dem alles stimmte. Und die DESG besitzt wieder einen Skater, der im erweiterten Kreis der Weltspitze mitmischen kann. National hatte er „dahoam“ im Herbst mit dem Titelgewinn (ebenfalls über 1000 m) – vor Nico Ihle – auf sich aufmerksam gemacht. Im Team-Sprint ist er ebenfalls eine Option – in Nagano gewann das Trio (mit den Ihle-Brothers) Silber. 

Joel DufterJoel Dufter, Sprint-Hoffnung aus Inzell. Foto: DESGphoto/Lars HagenBei Sprint-DM- und EM hatte Joel Dufter aufgrund einer Virus-Erkrankung passen müssen. Jetzt will er sich beim Berliner Weltcup für die kommen-den Highlights empfehlen. Auf der langen Bahn wohlgemerkt. Denn die Entwicklung des Bayern vollzog sich in engeren Kreisen. Mit fünf stand er auf dem Eis. Als Steppke mit einem Schläger in der Hand. Hockey erschien ihm als richtige Performance für Jungs mit Biss. Dann lud ihn Marion Wohlrab auf die große Eis-Bahn ein. „Komm’ mal bei uns vorbei.“ Der junge Mann fand Interesse, nahm mit 13 am ersten 500-m-Rennen teil („mit einer 45-er- Zeit“) – und verabschiedete sich doch wieder. 

PK van VeenJan van Veen: Freuen, aber nicht zu lange. Foto: DESGphoto/Lars HagenIn der Pressekonferenz vor dem Berlin-Weltcup formulierte Moritz Geisreiter, was für alle DESG-Starter beim Heimspiel gilt. „Hier will ich eine Schippe draufsetzen.“ Zustimmende Gesichter bei den anderen Eisschnellläufern. Die erste Saisonhälfte war gut verlaufen, beim Wochenende im Sportforum sowie den anschließenden Weltmeisterschaften aber gilt es, das Niveau zu bestätigen. Auch Bundestrainer Jan van Veen schlug vor den Medien-Vertretern in diese Kerbe: „Das wird ein richtiger Wettkampf, hier“, schnalzt der Mann aus den Niederlanden mit der Zunge. Mit allem was dazugehört: Qualifikation für Sprint- resp. Allround-WM sowie den vorolympischen Einzelstrecken-Titelkämpfen in Korea. Mit Zuschauern, die sich in Hohenschönhausen auf Athleten auf der Überholspur freuen. 

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