Anna dpaAnna: Kleine Startschwierigkeiten.
Foto: dpa
Der Hotspot der Spiele steht mitten im Olympic Park. Die Shorttrack-Arena für 12 000 Zuschauer brodelte auch am zweiten Tag des Festivals der Kurvenflitzer. Wenn im Staffelrennen ein Koreaner die Führung übernimmt, dröhnt und vibriert das Oval. Dann wäre selbst der Lärm von zehn Presslufthämmern nur ein sanftes Säuseln. Als Anna Seidel ihr Viertelfinale über 500 Meter bestritt, waren die Tribünen erst zur Hälfte gefüllt, dabei besaß jedes Quartett, das sich um den Aufstieg in die nächste Runde bemühte, Premiumklasse. Für die Dresdnerin aber lag dieses Ziel an diesem Tag außer Reichweite.

Vorolympisches InterviewJoel und Roxanne Dufter: Vorolympisches Interview in Erfurt.
Foto: DESGphoto/L.Hagen
Joel Dufter (22) gilt als Typ Marke „Hier geht was.“ Der junge Mann aus Inzell spielte Eishockey und verkraftete manche Bodychecks. Beim Short Track legte er sich ins Zeug. Und seine Karriere auf der langen Bahn verlief explosiv. Als Deutscher Meister 2016 und 2017 bezwang er Nico Ihle über 1000 m, erntete beim Weltcup in Heerenveen mit Platz 5 (in 1:08,87 Minuten) viel Respekt. Bundestrainer Van Veen pries den Shooting Star beim Medienseminar der DESG zu Saisonbeginn als große Hoffnung an. Der Joel würde das Ding schon rocken.


Gabi 1500 MdJGabi: Das lief noch nicht so richtig. Foto: Martin de Jong
Ein neuer Tag im – diesmal nur halbbesetzten - Gangneung Oval und doch business as usual im Eischnelllaufen. Platz 1 und 3 über 1500 m der Damen für Oranje. Ireen Wüst, die Unglaubliche, vergoss Tränen nach ihrem neuerlichen Olympia-Coup. Das rückten die Kameras ebenso ins Licht wie die Fingernägel in den Nationalfarben. Fast schon vergessen damit, wie vorsichtig die Schaatser-Nation ihre Chancen prognostiziert hatte: aber offenbar steht ein neuer niederländischer Husarenstreich durch die fünf Ringe bevor.

Judith EinkleidungJudith: Aller guten Dinge sind...vier. Foto: DESG-PresseJudith Dannhauer hat mit Olympia so ihre besonderen Erfahrungen. Mal nach einem Fehlstart disqualifiziert (in Sotschi), ein indiskutabler Rang (23.) in Vancouver. 19. wurde sie 2006 in Turin. „Also muss mein Ziel die beste 500-m-Platzierung bei den Spielen sein. Müsste eigentlich möglich sein“, meint die Sprinterin. Am Mittwoch startet die Erfurterin über 1000 m auf ihrer „Nebenstrecke“, am 18.2. geht es auf der kurzen Distanz wirklich zur Sache. „Was soll ich sagen, die Form ist gut. Da müsste das beste Rennen des Winters am Tag X möglich sein.“

SvenKramer picturealliance"König" Sven rückt die Verhältnisse zurecht.
Foto: picture alliance/CITYPRESS 24
Es war ein stimmungsvoller Tag im zum zweiten Mal vollbesetzten Gangneung Oval, der Heimat der olympischen Eisschnellläufer bei den Winterspielen. Als der koreanische Goldjunge von 2010 (über 10 km), Seung Hoon Lee - am Ende guter Fünfter - seinen Lauf gewann, tobten seine Fans. Good Vibrations am coastal cluster, wie bei einem Fußballmatch. Dann übernahm die niederländische Kultband Kleintje Pils die musikalische Regie, ein Rapper setzte noch eins drauf. Und nun betrat seine Eis-Majestät Sven Kramer die „Bühne“. Gewann das Duell gegen Patrick Beckert deutlich und holte sein drittes Olympia-Gold über 5000 Meter. Seine Anhänger verneigten sich. Geht eigentlich noch mehr? Die deutschen Hoffnungen hielten bis zu den letzten beiden Paaren, doch Patrick Becker als Zehnter in 6:17,01 Minuten und Moritz Geisreiter (6:18,34/12.) blieben hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Abgeschrieben für die 10 km sind sie aber keineswegs.

Unterkategorien