Michelle UhrigMichelle Uhrig mit ihrer Silbermedaille beim Neo-Weltcup in Erfurt.
Foto: DESG-Presse
Erst bei der Saisonanalyse – der ISU – wird ermittelt, ob der neugegründete Neo-Senioren-Weltcup in dieser Form ein Erfolgsprodukt war. Für die deutschen Eisschnellläufer aber fällt das Fazit positiv aus. In besonderer Weise gilt das für Michelle Uhrig. Die 21-Jährige katapultierte sich bei den Veranstaltungen in Minsk, Klobenstein und Erfurt insgesamt achtmal aufs Podium, zuletzt beim Finale in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Hallle gab es nach den Rennen über 1500, 3000 m und beim Massenstart (natürlich auch aufgrund überschaubarer Teilnahmerzahlen) Blumen.

Junioren LHErfolgreiches Weltcup-Finale für die deutschen Junioren und ihre Betreuer. Foto: DESGphoto/Lars HagenEin Weltcup-Finale ist eine Herausforderung, vor allem für die Veranstalter. Das Team um Marian Thoms aber ist solche Aufgaben gewohnt: 135 Junioren-Sportler aus 17 Nationen brachten sich in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle in Form für die bevorstehende WM. Und als unerwartet noch ganze Sätze an Pokalen angefordert wurden - im Handstreich erledigt. Eine Belohnung: Erfurt resp. die DESG richten Ende Januar 2018 den letzten Eisschnelllauf-Weltcup vor den Winterspielen in Korea aus. Thoms befürwortet, ebenso wie Verbands-Vizepräsident Hubert Graf, diese Rotation der Wettbewerbe. Im Zusammenspiel mit Berlin, vor zwei Wochen Gastgeber des ISU World Cup. Deutschland verfügt über drei gute Indoor-Eisbahnen – und überall sollen die Weltbesten ihre Visitenkarten geben.

Massenstart WM ZDFMassenstart - Spektakel bei der WM. Foto: ZDFAm Sonntag blieben die Zuschauer bis zum Schluss in der olympischen Eisschnelllaufhalle: Sie warteten auf das Spektakel Massenstart über 16 Runden mit südkoreanischen Favoriten. Als ausgangs der vorletzten Runde die Niederländerin Irene Schouten bei einem ungeschickten Überholmanöver stürzte und Titelverteidigerin Ivanie Blondin (Kanada) mitriss, setzten die Vorjahreszweite Bo-Reum Kim und die Japanerin Nana Takagi zu einem mitreißenden Endspurt an. Kim kam als erstes über die Ziellinie und der WM-Gastgeber hatte sein langersehntes WM-Gold gewonnen. Claudia Pechstein erreichte mit dem Peloton als 11. das Ziel, Bente Kraus belegte wie im Vorjahr Rang 16.

Patrick Bronze dpaPatrick Beckert: Bronze über 10 000 m. Foto: picture alliance/AP FotoAm dritten Tag der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Gangneung gab es die dritte Medaille für das DESG-Team. Nachdem 500 m-Mann Nico Ihle mit Silber am Freitag die medaillenlose Zeit der DESG beendet hatte, holten Claudia Pechstein mit Silber über 5000 m und Patrick Beckert mit Bronze das nächste Edelmetall.

Nico Silber dpaHerzlichen Glückwunsch Nico zu Silber! Foto: dpaSeit der Einführung der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft vor 21 Jahren hatte noch nie ein DESG-Sprinter eine Medaille gewonnen.  Am Freitag beendete Nico Ihle in der "Gangneung Ice Arena" die medaillenlose Zeit. In 34,66 Sekunden gewann der Chemnitzer Silber hinter dem Olympiazweiten Jan Smeekens aus den Niederlanden, der nur 0,08 Sekunden schneller war. Dritter wurde der Russe Ruslan Muraschow (34,76). Nico strahlte ununterbrochen nach seinem Superlauf.  Auf der Flachlandbahn hatte er seinen deutschen Rekord, den er vor vier Jahren auf der Hochlandbahn von Salt Lake City aufgestellt hatte, nur um 0,02 Sekunden verpasst.  Der wird in zwei Wochen bei der Sprint-Weltmeisterschaft in Calgary fallen. "Ich will einen deutschen Rekord laufen, der für die nächsten 20 Jahre steht", kündigte er optimistisch an.

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