Massenstart WM ZDFMassenstart - Spektakel bei der WM. Foto: ZDFAm Sonntag blieben die Zuschauer bis zum Schluss in der olympischen Eisschnelllaufhalle: Sie warteten auf das Spektakel Massenstart über 16 Runden mit südkoreanischen Favoriten. Als ausgangs der vorletzten Runde die Niederländerin Irene Schouten bei einem ungeschickten Überholmanöver stürzte und Titelverteidigerin Ivanie Blondin (Kanada) mitriss, setzten die Vorjahreszweite Bo-Reum Kim und die Japanerin Nana Takagi zu einem mitreißenden Endspurt an. Kim kam als erstes über die Ziellinie und der WM-Gastgeber hatte sein langersehntes WM-Gold gewonnen. Claudia Pechstein erreichte mit dem Peloton als 11. das Ziel, Bente Kraus belegte wie im Vorjahr Rang 16.

Patrick Bronze dpaPatrick Beckert: Bronze über 10 000 m. Foto: picture alliance/AP FotoAm dritten Tag der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Gangneung gab es die dritte Medaille für das DESG-Team. Nachdem 500 m-Mann Nico Ihle mit Silber am Freitag die medaillenlose Zeit der DESG beendet hatte, holten Claudia Pechstein mit Silber über 5000 m und Patrick Beckert mit Bronze das nächste Edelmetall.

Nico Silber dpaHerzlichen Glückwunsch Nico zu Silber! Foto: dpaSeit der Einführung der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft vor 21 Jahren hatte noch nie ein DESG-Sprinter eine Medaille gewonnen.  Am Freitag beendete Nico Ihle in der "Gangneung Ice Arena" die medaillenlose Zeit. In 34,66 Sekunden gewann der Chemnitzer Silber hinter dem Olympiazweiten Jan Smeekens aus den Niederlanden, der nur 0,08 Sekunden schneller war. Dritter wurde der Russe Ruslan Muraschow (34,76). Nico strahlte ununterbrochen nach seinem Superlauf.  Auf der Flachlandbahn hatte er seinen deutschen Rekord, den er vor vier Jahren auf der Hochlandbahn von Salt Lake City aufgestellt hatte, nur um 0,02 Sekunden verpasst.  Der wird in zwei Wochen bei der Sprint-Weltmeisterschaft in Calgary fallen. "Ich will einen deutschen Rekord laufen, der für die nächsten 20 Jahre steht", kündigte er optimistisch an.

An einem für Südkorea symbolischen Tag weihten die Eisschnellläufer mit dem Beginn der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft die olympische Halle in Gangneug ein. Während nebenan in der Eishockeyhalle die Superparty "One Year to go" losbrauste, gab Starter Garth Linder aus den USA um 17.15 Uhr den ersten Startschuss ab. Gleich nach dem ersten Paar wurde deutlich, dass es über 3000 m außergewöhnlich starke Zeiten geben wurde. Nach Claudia Pechsteins Absage vertraten Stephanie Beckert (Erfurt) und Bente Kraus (Berlin) die deutschen Farben.

board 61507 17974Gangneung Ice Arena und Oval am Meer.
Foto: Pyeongchang2018
Seit Ende letzter Woche weilt das Team Germany in Gangneung, nahm die soeben fertiggestellte olympische Anlage (Kapazität: 12 000 Zuschauer) unter die Kufen. Auch die lange Anreise vom 70 km entfernten Hotel wurde logistisch gelöst. Die Eindrücke sind überwiegend positiv und die Stimmung ist gut. Bundestrainer Jan van Veen hat das Timing vor allem auf dieses Saison-Highlight (9. bis 12.2.) ausgerichtet. Andererseits sind die Titelkämpfe am Meer nur ein Schritt im Rahmen der Neuaurichtung des deutschen Eisschnelllaufens.

Unterkategorien