Bente jubelBente jubelt über ihre beste Berliner Zeit. Foto: DESGphoto/Lars Hagen3500 Zuschauer lockten die drei Eis-Tage ins Sportforum. Sie bekamen Leistungen geboten, die einer WM reif war. Knapp zwei Wochen vor dem Saison-Highlight in Korea präsentierten sich viele Skater schon in optimaler Form.  Das ZDF berichtete an drei Tagen, das Medienzentrum erlebte den größten Andrang bei einem Weltcup in Hohenschönhausen. Da wurde auf niederländisch, finnisch, polnisch, japanisch oder englisch übermittelt. Aus dem Skating-Hot Spot Berlin. Die Deutschen gewannen durch Nico Ihle zwei Medaillen in Gold und Bronze, die Verantwortlichen in Person von Bundestrainer Jan Van Veen hatten sich „zuhause“ dennoch mehr erwartet. 

Gerd VerabschiedungDanke Gerd Heinze, sagen Stefanie Teeuwen, Tron Espeli mit Sprecher Jens Zimmermann. Foto: DESG-PresseEin Dankeschön vor über 1000 Zuschauern im Sportforum. Das genoss Gerd Heinze beim Berliner Weltcup. Im Juni 2016 hatte er sein Amt als DESG-Präsident niedergelegt, jetzt nahm er ehrende Worte von ISU-Vizepräsident Tron Espeli und ein Präsent aus der Hand seiner Nachfolgerin Stefanie Teeuwen entgegen. „Das tat schon gut.“ 

Auch die Veranstalter waren mit Tag II zufrieden. Gut besuchte Ränge und prima Stimmung (besonders der tschechische Fan-Block feierte). Über 1000 m der Herren pulverisierte der überragende Niederländer Kjeld Nuis den Bahnrekord. 1:08,25 lautet die neue Marke (bisher 1:08,53). Weitere Kracher auf der Eisbahn: der kanadische Sieg von Ted-Jan Bloemen, der über 5 km die Niederländer düpierte. Oder die ultimative Schlussrunde des neuseeländischen Silber-Boys Peter Michael in 28,9 Sekunden. Und: Ireen Wüsts 20. Weltcupsieg über 1500 m.

MastersMasterssieger René van Bernum. Foto: privatAm vergangenen Wochenende erlebte Inzell die 9. Master Sprint Games, die inoffizielle Weltmeisterschaft. Insgesamt nahmen 204 Teilnehmer aus 14 Nationen in den Altersklassen von 30 bis 80 Jahren teil. Die deutschen Athleten erlebten einen wahren Medaillenreigen: einmal Gold, je sechsmal Silber und Bronze ihre satte Ausbeute. Die Goldmedaille holte in einem spannenden Wettkampf  René van Bernum in der AK 50, die mit 23 Startern nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ sehr hochwertig war. Der Sieg ging nur über einen neuen Weltrekord in der Altersklasse mit 154,350 Punkten im Sprintvierkampf. Über  1000 m wurde eine neue Höchstmarke mit einer Zeit von 1:16,12 nur um 0,13 Sekunden verpasst.

Nico SiegNicos 2. Sieg in Berlin.
Fotos (alle): DESGphoto/Lars Hagen
Wenn im deutschen Eisschnelllaufen Märchen wahr werden, dann gebührt Tag I des Berliner Weltcups die Erfüllung. Während DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen für die offizielle Verabschiedung von Samuel Schwarz Urkunde und Goldenen Schlittschuh bereit hielt, siegte Nico Ihle im Rennen über 500 Meter. Und alle lagen sich in den Armen. Samu gratulierte seinem ehemaligen Trainingspartner, Nico war stolz, diesen Coup („mein Abschiedsgeschenk“) so optimal getimt zu haben. Und die DESG-Chefin erlebte einen Auftakt nach Maß beim Heimspiel. Der Samstag dürfte noch mehr Fans ins Sportforum locken. Dank Nicos PR.

Schnelles EisSchnelles Eis in Berlin. Foto: DESGphoto/Lars HagenOttmar Trittel (60) reibt sich die Hände, wenn die Eissprinter in möglichst weniger als 35 Sekunden über 500 m um das Eis-Oval in Hohenschönhausen „fliegen“. Trittel liebte einst die „singenden“ Reifen als er noch Weltklassefahrer im DDR-Bahnradvierer war. „Geschwindigkeiten sind die Würze des Sports, auch im Eisschnelllauf“, sagt der Chef-Eismeister, jetzt beim Weltcup in seinem Element. Die Eisschnelllauf-Halle gilt von der Grundkonstruktion her als alter Kasten. „Das Eis ist aber die blanke Sahne“, schwärmt der EM-Dritte Nico Ihle. Der Sachse gesteht: „In Berlin laufe ich nicht nur wegen des Heimweltcups gern. Hier kann ich auch durch das gute Eis richtig Tempo machen.“ Vielleicht glückt ihm oder einem anderen Kufenflitzer ja sogar ein Bahnrekord.

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