OLS4391 WK Allround Coolste Baan Amsterdam 090318 Gabi MdJBeste Saison ever - Gabi Hirschbichler. Foto: Martin de Jong„Rammstein“, die „Scorpions“ und „Depeche Mode“ waren schon da – jetzt bevölkern die Eisschnellläufer die ultramoderne Minsk-Arena. Das Finale des Weltcups am Samstag und Sonntag ist gleichzeitig der Showdown des Olympia-Winters. Zugrunde liegen harsche Qualifikations-Kriterien entsprechend der Platzierungen im World Cup. Für die DESG treten Claudia Pechstein, Gabi Hirschbichler und Michele Uhrig an. Über die 5000 Meter kommen bei den Herren Patrick Beckert, durch die Nachwirkungen eines Infekts gehandicapt, und Moritz Geisreiter zum Zug. Nico Ihle beendet über beide Sprintstrecken eine für ihn erfolgreiche Saison.

Minsk, die Metropole Weißrusslands: ein schwerer Gang für viele am Ende einer ebenso langen wie kräftezehrenden Eis-Tournee? Keineswegs, wenn man mit Nico Ihle über den Ausklang spricht. „Ich bin gesund und bereit für das Finale. Ich freue mich sehr drauf. Wieder eine Chance auf gute Platzierungen. Und mal schauen, was im Gesamtstand noch möglich ist.“

Bei den Winterspielen hatte der 32-Jährige das große Ziel Medaille verpasst – trotz optimaler Vorbereitung, wie der Chemnitzer betonte. Anschließend folgte ein starker 4. Rang beim Sprint-Vierkampf, Müdigkeit spürt der starke Mann nicht. „Ist eigentlich schade, dass die Saison mit dieser Woche beendet ist. Wenn man bedenkt, wie lange man darauf hin fiebert und geschweige denn dafür trainiert.“ Typisch Nico. Der Depeche-Mode-Hit „Just can’t get enough“ passt zum Ausnahmekönner und seiner besonderen Einstellung.

Auch Claudia Pechstein (46) kann auf eine „starke Gesamtsaison“ zurückblicken. Mit Weltcupsiegen und der Bestätigung ihrer Ausnahmestellung. In Minsk tritt sie – nur eine Woche nach der Allround-WM – über 3000 m (Fünfte im Gesamtweltcup), im Massenlauf (2.) und dem Team Pursuit an. Mit Olympiasieger Japan, den Niederlanden (Silber in Gangneung) und Polen haben sich drei weitere Nationen eingeschrieben: für das Trio von Bundestrainer Jan van Veen vielleicht die Chance, den konsequent eingeschlagenen Weg in Sachen Mannschafts-Verfolgung abzuschließen. Für Roxanne Dufter kommt Michelle Uhrig zum Einsatz, nach Olympia ein weiteres kaum erwartetes Highlight für die 22-Jährige. Gabriele Hirschbichler kann den Knopf unter ihre beste Eisschnelllauf-Saison machen. Falls die Vielstarterin noch ein paar Körner im Köcher hat. Ansonsten: Durchschnaufen und nach vorne blicken. Depeche Mode rät: „Enjoy the silence“.

Shorttrack-Finale in Montréal

Für die Shorttracker endet die Saison, die noch früher begann (Ende September). Dafür empfängt das ST-Eldorado Montréal am Wochenende die Kurvenflitzer zur WM. Für die DESG kommt Christoph Schubert, der Olympia knapp verpasst hatte, zum Einsatz. Anna Seidel, die kurz vor ihrem Abitur steht, verzichtet in Absprache mit der Schulleitung, auf eine Teilnahme, die weitere acht Fehltage zur Folge gehabt hätte. Ihre Dresdner Vereinskollegin Bianca Walter musste aus gesundheitlichen Gründen auf den Trip nach Kanada verzichten.