Adrian LüdtkeAdrian Lüdtke - auf dem Weg nach Peking. Foto: DESG-PresseDas größte Wochenende seiner Sportler-Laufbahn hat Adrian Lüdtke (21) noch taufrisch im Gedächtnis – da steht schon der nächste Weltcup auf dem Programm: “Torino ancora una volta capitale dello Short Track” werben die Italiener für das Kurvenflitzen im Piemont. Und der Rostocker gehört ab Freitag (Qualifikation) wieder zur DESG-Delegation von Bundestrainer Stuart Horsepool. Grandissimo.

Was war alles beim Heim-Weltup zuletzt in Dresden passiert. Dank einer Wildcard kam Lüdtke ins Semifinale über 1500 m – und sah sich im B-Endlauf plötzlich Weltklasse-Cracks wie Elistratrov (Russland) und Bykanov (Israel) gegenüber. Er kam als Letzter ins Ziel, aber fast mit identischer Zeit, war bis zum Zielstrich die Pace mitgegangen. “Damit kann ich wirklich zufrieden sein”, aber beim Start habe er sich schonmal zwicken müssen. Im ersten Senioren-Jahr bei einigen Rennen mittendrin. Zumal er mit der Mixedstaffel, an der Seite von Anna Seidel, Bianca Walter und Tobias Peitzsch, ebenfalls das B-Finale erreichte.

Im Zeitraffer setzte sich das Wochenende fort. Bei seinem allerersten TV-Interview stand er der Eisschnelllauf-Legende Franziska Schenk (ARD) gegenüber. “Hoffentlich war es ordentlich...”, seine Befürchtung. Aber ja, Adrian kam gut rüber. Er berichtete über den immensen Unterschied zwischen Junioren- und Senioren-Auftritten. Bisher wurde mehr auf die Sicherheit gesetzt, bei den Besten aber beginnen die Attacken kurz nach dem Startschuss und setzen sich nonstop fort.

Adrian Lüdtke findet sich einigermaßen zurecht. Die straffe Progamm des Bundestrainers machte ihn stärker, um auch auf den längeren Strecken dagegenzuhalten. Und die immsen Belastungen beim Training? “Wenn man etwas erreichen will, gehört das dazu. Wir wollen mit- und nicht hinherlaufen.” Und der junge Mann spricht schon aus, was ihn elektrisiert. “Ich will 2022 zu den Olympischen Spielen nach Peking.”

Dafür hat er die Heimat verlassen. Von der Ostsee an die Elbe, wo alle deutschen Top-Kräfte trainieren. Es galt, die erste eigene Wohnung einzurichen. Und gleichzeitig schrieb sich der Abiturient für ein BWL-Teilzeitstudium ein. In diesem Jahr beginnt auch die Grundausbildung als Sportsoldat. Und das Zuhause ist weit weg. “Deshalb nutze ich die Möglichkeiten, mir zwischendrin die frische Luft um die Nase wehen zu lassen.”

Jetzt ist Skaten im Piemont angesagt. Die Weltcup-Starter finden im Palazetto Tazzoli der Autostadt, 2009 Gastgeber der ST-EM, gute Bedingungen vor. Aber diesmal beginnt der Ernst des Lebens natürlich schon in Vorläufen und Heats. Allora, forza.