Felix InzellFelix Maly, noch mal "das Herz in die Hände genommen", dann die Kufen für diese Saison ausgezogen.
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Das Fazit der Heim-WM in Inzell ist schnell gezogen. Nahezu alle DESG-Starter präsentierten sich beim Saison-Highlight mit den besten Zeiten des Winters, die Formkurve erreichte exakt am Tag X für die Eisschnellläufer das Maximum. „Exakt das stand für uns im Fokus, also muss es in der Vorbereitung richtig gelaufen sein“, sagte Coach Daan Rottier. Darauf aufzubauen, sei der nächste Schritt. Zu Buche stehen zwei vierte Plätze, vier weitere Top-Ten-Ränge und drei elfte Plätze. Diese Bilanz stimmt positiv.

Und auch am Tag danach wurde 10-km-Pechvogel Patrick Beckert als „moralischer Dritter“ apostrophiert. Der Weltverband ISU, seit der Zwei-Tausendstel-Entscheidung gefragt, signalisiert inzwischen Gesprächs-Bereitschaft im Falle einer Anfrage.

Am Schlusstag vor wiederum sehr gut gefüllten Rängen – insgesamt pilgerten an den vier Tagen 11 500 Fans in die Max-Aicher-Arena – dienten die 1500 m als Appetizer. Wahrscheinlich die härteste Strecke, doch Roxanne Dufter (26) ließ den Heidenrespekt in der Umkleidekabine. In 1:56,37 Minuten unterbot sie ihre bisherige europäische Top-Zeit gleich um 1,5 Sekunden. „Das war ein perfekter Lauf“, so die Inzellerin. Es habe sich ausgezahlt, durch mehrere 3000-m-Einsätze „lockere und dennoch schnelle Schritte“ zu erlangen. Von diesen technischen Verbesserungen will sie auch bei den bevorstehenden Prüfungen in Calgary bei der Mehrkampf-WM profitieren.

Bei den Herren verbesserte Bruder Joel (23) über die gleiche Strecke seine Bestmarke. Ganz vorne purzelten bei Damen wie Herren die nächsten Bahnrekorde. Es gab 39 WM-, Europäische Bestmarken-, Weltbest- Bahn- und National-Rekorde, sowie 37 persönliche Bestzeiten. Das Inzeller Eis: eine „fast lane“ in Perfektion und einmal mehr von den Niederländern am intensivsten genutzt. 16 Medaillen, davon acht in goldener Legierung, gingen an den KNSB, dh. die Hälfte aller Weltmeister/innen stammt aus dem Schaatser-Eldorado.

Ohne, dass es langweilig geworden wäre im Chiemgau. Der Massenstart der Herren ging an die USA. Aber zunächst hatte ein Deutscher das Feuer entfacht. Felix Maly „nimmt das Herz in beide Hände“, kommentierte Ralf Scholt. Es reichte für Rang 10. „Genau das wollte ich versuchen, da ich nicht über die Sprintfähigkeiten verfüge, meinte der Langstrecken-Spezialist aus Erfurt. Und zog die Kufen aus. Für den 24-Jährigen ist die Saison quasi beendet, er hatte seine Chance auf den Punkt genutzt und plant jetzt für die nächste Saison. Während die besten DESG-Sportler das Winter-Restprogram mit Sprint- und Allround-Titelkämpfen sowie dem Weltcupfinale in Angriff nehmen. Das Tempo-Stakkato von Inzell im Gepäck und in den Köpfen.