image002 2Der deutsche Nachwuchs auf dem Eis von Baselga. Foto: TeamGold über 5000 Meter, der Wahnsinn. Entsprechend groß waren die Emotionen auch bei Bundestrainer Erik Bouwman und Robert Lehmann-Dolle am Rande der WM-Bande auf dem Hochplateau von Pinè. Und umso leichter fiel dem Duo die Analyse der Junioren-Titelkämpfe im Trentino.

„Lukas hat in einem nicht immer einfachen Prozess von zwei Jahren auf diesen Tag hingearbeitet. Der ideale Plan für die lange Strecke reifte dabei erst in den letzten Monaten. Immer mit der Frage verknüpft: mit wie viel Power und der richtigen Frequenz kann ich die ersten acht Runden angehen, damit genügend Luft für die letzten vier übrig bleibt. Um das taktisch umzusetzen, muss natürlich physisch und technisch alles stimmen. Das allerwichtigste aber ist das Mentale. Lobenswert, wie Lukas sich in kurzer Zeit weiterentwickelte, hin zu einem selbstbewussten, zielorientierten Athleten.“

Im Mehrkampf-Klassement fehlten ihm nur zwei Zehntelsekunden zum dritten Platz. Rang 4, wie schon über die 1500 m an ersten Tag. Im abschließenden Massenstart sorgte ein schwerer Sturz des koreanischen- Top-Favoriten Chung (Anm.: gewann WM-Bronze bei den Senioren in Inzell) für eine Unterbrechung, die Mann und Moritz Klein aber nicht aus dem Konzept brachten. In den letzten beiden Runden war das Tempo so hoch, dass sich Lukas Mann nicht mehr absetzen konnte und noch von vier Konkurrenten überholt wurde. Das bedeutete Platz 9.

Bei den Damen stand das Debüt von Victoria Stirnemann bei einer JWM aus deutscher Sicht im Fokus. Dank einer starken Leistung erreichte sie den siebten Rang im Mehrkampf. „Sie hat noch viel Luft nach oben und kann weitere zwei Jahre bei den Juniorinnen antreten – und dann um die Medaillen kämpfen.“

Für Anna Ostlender und Josephine Heimerl war es eine sehr gute Erfahrung: mit Läufen nahe an ihren maximalen aktuellen Möglichkeiten. Auch Anna hat noch zwei Junioren-Jahre vor sich. Sie kam über 500 m dicht an ihre persönliche Bestzeit (40,90) heran und absolvierte im Team-Sprint eine super erste Runde. Mit Victoria Stirnemann und Josephine Heimerl fehlten zu Rang 4 nur vier Zehntel. Zusammen können sie vielleicht im nächsten Jahr das Treppchen angreifen. Anna zeigte auch im Massenstart ihre Fähigkeiten und hielt sich lange vorne im Feld.

„Leider kein gutes Wochenende erlebte Max Reder. Noch akzeptabel waren die 1500 Meter in 1.52,82 Minuten als Neunter. Über 500 und 1000 m sowie im Teamsprint blieb er weit hinter seinen Möglichkeiten, das weiche Eis bereitete ihm Schwierigkeiten auf Tempo zu kommen. Ein kleiner Trost: bei einem optimalen Rennen wäre dennoch eine Medaille im Teamsprint möglich gewesen. So landete das DESG-Terzett auf WM-Platz 7.“

Auch Moritz Klein überzeugte bei seiner ersten JWM (500m, 1000 m, Teamsprint) und deutete an, dass mit ihm in der nächsten Saison zu rechnen ist. Das gilt ebenso für Niklas Kurzmann, der als Ersatzmann zum Einsatz kam und über 500 Meter überraschend schnellster Deutscher war. Das nimmt er als Motivation Richtung 2019/2020 mit. Insgesamt gilt: „Diese unglaubliche Goldmedaille und viele Erfahrungen sind extrem wichtig für unsere Zukunft“, so das Urteil der Verantwortlichen bei den Junioren.