Joel Inzell CEJoel Dufter in illusterer Sprinter-Runde.
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Die Weltelite der Sprinter trifft sich einmal mehr in Heerenveen, dem Mekka des Eisschnelllaufens. Zum siebten Mal richtet Thialf am Samstag und Sonntag die WM der Schnellsten aus, es sind die 50. Titelkämpfe mit der Lizenz zum Höchsttempo. Und sicher mehr werden die Fans, in Oranje gekleidet, für das besondere Heerenveen-Feeling sorgen. Das mögen (fast) alle, weil die Stimmung unter die Haut geht. Das gilt auch für das deutsche Quartett. Bei den Herren stehen Nico Ihle, Joel Dufter und Jeremias Marx am Start, Gabi Hirschbichler nutzt die Plattform für ihren finalen Karriere-Auftritt. Tränen inklusive?

Bei der Heim-WM in Inzell hatte Nico (nach Platz 8 über 1000 Meter) schon mal nach vorne geblickt. „Diese vier Starts sind mein Ding, je zweimal über die 500 und 1000 m, das liegt mir“, so der Kämpfer. Wie wahr. Im Vorjahr in Changchun/China und 2016 in Calgary/Kanada belegte er den undankbaren vierten Platz, die Tragödie der verpassten Medaille ignorieren wir an dieser Stelle bewusst. Jetzt packt der 33-Jährige aus Chemnitz zum 10. Mal nach den Sprint-Sternen. Seine Premiere 2008 beendete er übrigens als 25. Das erste einstellige Resultat gelang acht Jahre später – und das ist natürlich erneut der Anspruch. Bei der EM in Klobenstein hatten Nico und Joel Dufter, der seinen 24. Geburtstag am Abend vor dem Abflug (kurz) feierte, die Plätze 5 und 7 belegt. Doch nun ist die Konkurrenz illustrer. Die Russen um Pavel Kulizhnikov sind ebenso gemeldet wie Japans Schnellste. Als Titelverteidiger stemmt sich der Wikinger Havard Lorentzen gegen das heimische Trio Nuis, Verbij, Otterspeer.

Jeremias Marx hatte sich in diesem Winter mit einem 3. Platz bei der DM (über 1000 m) nach vorne geschoben. Bei Überprüfungs-Wettkämpfen in Inzell und Berlin zeigte er – fernab von WM und Weltcups – steigende Form, unterbot u.a. die 36-Sekunden-Marke über 500 m. Der Thialf-Roar dürfte den Erfurter zusätzlich motivieren. Für Gabi Hirschbichler dürfte sich der Sound wie ein Abschiedsständchen anhören. Die 35-jährige Inzellerin lässt sich in Sachen „Rücktritt vom Rücktritt“ auf gar nichts ein. „Das ist endgültig“, ihre Aussage vor der fünften Teilnahme an einer Sprint-WM. 2018 in China wurde sie gute Zehnte. Insider erwarten bei den schnellen Damen einen goldigen Highspeed-Dreikampf mit den Protagonistinnen Nao Kodaira (Japan), Vanessa Herzog (Österreich), Brittany Bowe (USA).