Joel FaustJoel - starkes Saisonfinale mit Deutschem Rekord. Foto: DESGphoto/L-HagenEs gibt Momente, da könnte Todd Porter, Generalmanager des Utah Olympic Oval, die ganze Welt umarmen. Wenn auf „seinem“ Eis einmal wieder die Rekorde purzelten – wie an diesem März-Wochenende, als die Kufencracks voller Begeisterung vom „Fastest Ice on Earth“ schwärmten. Salt Lake City wurde beim Weltcupfinale erneut dem hohen Anspruch gerecht. Nirgendwo geht es schneller in die Kurven. Gut 75 000 Dollar pro Monat lassen sich die Macher im Mormonenstaat das Eis-Geheimnis kosten. Doch die wahre Kunst liege nicht darin, den Untergrund – Ende Juli – zu präparieren, sondern die Qualität während des Winters zu erhalten. Wie 2018/19, als beim Finale die besten Bedingungen herrschten.

Brittany Bowe, Pavel Kulizhnikov, Martina Sáblíková und Kjeld Nuis schrieben sich in die Vmax-Geschichtsbücher ein. Aber auch die kleine DESG-Delegation zog bis zum letzten Startschuss des Winters durch. Patrick Beckert wurde Sechster über 5000 m. “Ein bisschen haben die Kräfte gefehlt, aber das ist am Ende der Saison auch normal“, die Einschätzung des Erfurters, der bei der WM in Inzell sein Highlight (2 Tausendstel fehlten zu Bronze) erlebte. „Trotzdem schön, im Gesamtweltcup Fünfter zu sein. Es zeigt, dass es eine Saison auf konstant hohem Level war.“ Mit 29,5 Sekunden wurde seine letzte Runde, gegen Weltmeister Pedersen, gestoppt. Ein letztes Ausrufezeichen.

Claudia Pechstein kratzte im 3000-m-Lauf an der Vier-Minuten-Grenze = Rang 8 beim Weltrekord-Stakkato. „Es war die beste Platzierung in dieser Saison“, so DESG-Coach Daan Rottier am Rande der Bande. Bei der 1000-m-Entscheidung sah er das inzwischen konforme Duo Ihle/Dufter in der schnellen Spur. Vorteil diesmal für den Inzeller, der in 1:06,80 Minuten einen deutschen Rekord aufstellte, die Faust ballte und sicherlich Mister Porters’ Eis pries. Rang 6, knapp vor Nico Ihle, dem ein Problem in der zweiten Innenkurve etwas Zeit kostete. Dennoch blieb auch der Chemnitzer unter seiner alten Bestmarke. In der Addition wiederum das umgekehrte Ranking. 6. Ihle, 7. Dufter. Während Insider diskutierten, ob der neue Weltrekordhalter Nuis (1:06,18) aufgrund einer Behinderung in der Schlusskurve nicht hätte disqualifiziert werden können.

Übrigens: der Rausch der Geschwindigkeit wird sich fortsetzen. Wenn Utah im Februar 2020 die nächste Einzelstrecken-Weltmeisterschaft ausrichtet. Aber geht es wirklich immer schneller?