BegrüßungBegrüßung durch Schatzmeister Dieter Wallisch mit Matthias Kulik, Danny Leger und Erik Bouwman (vlnr).
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Nach einjähriger Pause stand am Donnerstag vor den ersten Internationalen Deutschen Meisterschaften in Inzell wieder ein Medienseminar an. DESG-Sportdirektor Matthias Kulik, die Bundestrainer und Top-Athleten informierten Medien aus ganz Deutschland über den Status Quo.

Matthias Kulik über die neue Trainer-Struktur: „Es gab bereits während der letzten Saison Gespräche, die Lösung war zum Ende hin gefunden.“ In einer Nationalmannschaft wurden Sprint- und Mittelstreckler sowie die Langstreckler und Mehrkämpfer entsprechend zusammengefasst, mit den Bundestrainern Danny Leger und Erik Bouwman. „Und die Struktur zeigt bereits Wirkung, obwohl der Hauptblick in Richtung 2022/26 geht.“

Lukas und Coaches bearbeitet 1DESG-Newcomer Lukas Mann (m.) mit Daan Rottier (l) und Erik Bouwman (r). Foto: DESGpresseMehrkampf-Coach Erik Bouwman meint in gewohnter Manier: „Wichtig ist, dass wir realistisch bleiben. Es wird ein langwieriger Prozess, aber es ist gut, dass wir wieder ein Nationalteam haben. Und ich bin etwas neidisch auf Danny, denn das Mehrkampf-Team ist ziemlich klein.“ Was zum Beispiel Auswirkungen auf den gerade zum DESG-Newcomer des Jahres gekürten Junioren-Weltmeister Lukas Mann (19) hat. „Lukas muss viel alleine trainieren. Aber das Ziel ist schon 2022 und ein größeres Team.“

Sprint-Coach Danny Leger freut sich, „dass Dinge die lange angesprochen, nun umgesetzt wurden. Das begann bereits im letzten Winter. Wir wollten neue Wege gehen, die Athleten zusammen ziehen und auch den Anschlusskader mit einbinden.“ Das Klima in der Truppe sei gut, es gab viele gemeinsame Trainingslager mit dem Ergebnis: „Die Jungen können die Etablierten schon fordern.“

Auch die Qualifikation zum am 16./17.11. beginnenden Weltcup wurde modifiziert. Die geforderten Zeiten entsprechen Platz 12 der B-Gruppe. „Wir wollen die Startplätze nutzen, aber vernünftig.“

Katapultstarter Nico Ihle driftet mit zusätzlichem Rückenwind in die Saison: „Vor vier Wochen ist mein Stammhalter (Anm.: Levi) geboren!“ Der 33-jährige Chemnitzer gönnte sich keine große Pause nach der WM im März und warf sich voller Tatendrang ins neugestrickte Team. Selbst das individuelle Radtraining macht inzwischen Spaß. Für Sprintkollege Joel Dufter (24) kam es einer Umstellung gleich, in einem größeren Team zu trainieren, „nicht wegen Nico“, die Zusammenarbeit mit dem Anschlusskader machte ihn zunächst skeptisch. „Aber nach dem ersten Lehrgang war das passé. Die Lehrgänge haben uns zusammengeschweißt. Es gibt ein wirkliches Teamgefühl.“

Top SportlerNico Ihle, Patrick Beckert und Joel Dufter beim Medienseminar. Foto: DESGpressePatrick Beckert (Erfurt) bleibt bei seinem Individual-Training, beurteilt aber die Zusammenarbeit mit Erik Bouwman als gut. Er arbeitet solo, resp. mit Bruder Pedro: „Ein Langstreckler muss sich auf sich selbst konzentrieren.“ Er versuche auf den Saisonhöhepunkt hinzuarbeiten, „denn abgerechnet wird gnadenlos am Tag X.“ Beckert legte sein Augenmerk mehr auf die 10 km, die im Weltcup nur einmal auf dem Programm stehen, aber bei der WM zu den prestigeträchtigen Strecken zählen. „Die 10 000, die musst du trainieren, lernen den Schmerz auszuhalten und dennoch mit Köpfchen deine Runden einzuteilen.“ Der so knapp am WM-Podest vorbeigeschrammte Skater versucht immer weiter an der Technik zu feilen, sein Rennen exakt einzuteilen. Die Titelkämpfe in Salt Lake City sind die ultimative Herausforderung in diesem Winter, weshalb er – in Absprache mit Erik Bouwman – dann früher anreisen wird, um gut akklimatisiert zu sein. Sein Ziel ist nach wie vor „eine Medaille, egal welche Farbe“.

Beim Medienseminar erläuterte Jenny Wolf ihre Funktion als Bundestrainerin Wissenschaft. Junioren-Coach Daan Rottier sieht beim Nachwuchs sanfte Fortschritte. Via Skype meldeten sich die Short Tracker aus Montreal. Anna Seidel und Adrian Lüdtke haben schon den ersten Weltcup absolviert. Ihre Ziel: der Heim-Weltcup in Dresden sowie die schließenden Weltmeisterschaften.