WhatsApp Image 2019 11 09 at 17.12.56Familie Ihle gratuliert dem Papa.
Foto: DESG-Presse
Schatzmeister Dieter Wallisch vor den ZDF-Kameras, Sportdirektor Matthias Kulik am Mikrofon des DeutschlandRadio. Und so setzte sich die Medien-Tour in Inzell fort, die Internationalen Deutschen Meisterschaften sind in der Öffentlichkeit angekommen.

Auch an Tag II staunten die Zuschauer über Leistungssteigerungen und wurden manche neuen Namen notiert. Beginnen wir bei einer der Jüngsten. Anna Ostlender, 17-jährige Gymnasiastin in Berchtesgaden, startete gleich über drei Strecken, holte auf ihrer Lieblingsdisziplin, dem Sprint, gar Silber und stellte drei neue persönliche Bestzeiten auf. „Die Trainer meinten, ich solle dieses Pensum angehen und ich wollte es auch.“ Die Vorbereitung vereinbarte sie mit wöchentlichen Klausuren, „aber es läuft schulisch“, weiß sie zu berichten. Michelle Uhrig (23) erlebt im Chiemgau bisher auch ein blitzsauberes Wochenende. Ein nationaler Titel im Mehrkampf stand bisher im Palmarès der Berlinerin, jetzt kam – über 1000 m – das erste Einzelgold überhaupt hinzu. „Ich hatte ein bisschen damit spekuliert“, strahlte sie. Die Zeit von 1:16,76 Minuten allerdings war deutlich schneller als erwartet. „Ich mag diese Strecke. Das ist nicht so viel Taktik, sondern nur ballern.“

Die Tausendmeter-Herren konnten die Vorlage der Eisschnellläuferinnen nur bedingt aufnehmen. Lediglich Nico Ihle unterbot die Grenze von 1:10-Minuten. Seine 14. nationale Meisterschaft, aber erst die zweite über die 1000 m. Richtig zufrieden war der Familienvater (alle drei Ihle-Kinder waren Zeugen des Titelgewinns) indes nicht. „Ich hätte mit einer schnelleren Zeit gerechnet, komme im Moment noch nicht an mein Limit. Hinterher tut es kurz weh, aber dann kann ich mich schon wieder unterhalten“, schilderte der Chemnitzer den Journalisten sein „Nicht-Kaputtsein“ kurz nach dem Lauf. Das harte Eis machte auch Vizemeister Joel Dufter (Inzell) zu schaffen, während sich Jeremias Marx (Erfurt) nach Platz 4 im Sprint nun aufs Podest katapultierte und die Normzeit von 1:11,02 klar unterbot.

2019 11 09 1908Die 10 000-m-Recken Felix Maly und Patrick Beckert.
Foto: DESGphoto/Lars Hagen
Über Nacht hatte die oberbayerische Marktgemeinde ein weißes Kleid erhalten, in der Max-Aicher-Arena bleiben die Bedingungen stets konstant: Temperatur und Eis-Qualität mussten auch für die längsten DM-Distanzen stimmen. Obgleich der „Andrang“ überschaubar blieb. Bei den Damen startete Claudia Pechstein im 5000-m-Duell nur gegen Martina Sáblíková, kurzfristig hatte sie ihre Freundin zu einem Start überredet. „Dafür bedanke ich mich herzlich bei ihr“ und trotz eines Sturzes – beim Einlaufen – auf den Ellbogen gelang ein „ausgeglichener und konstanter“ Lauf. Patrick Beckert trat über 10 km gegen Felix Maly an und brachte DM-Titel Nr. 22 unter Dach und Fach. Die Zeit war sekundär, der Thüringer spricht davon, jetzt „die Tempohärte“ bei den bevorstehenden Weltcups zu erlangen. Nach dem DM-Double ist ihm nur ein ruhiger Tag zuhause vergönnt, bevor am Dienstag die Reise nach Weißrussland beginnt. Am 15. November steht er in Minsk (über 5000 m) auf dem Eis, dann vor allem gegen Hollands Skating-(Über)Macht.