Gabi_AktionGabi Hirschbichler: WM-Start nach guten Weltcup-Platzierungen.Der Januar gehört traditionell den Sprintern. Flotter, schneller, Eis-Stakkato. Und das fast vor der Haustüre. Nach Obihiro/Japan 2010 bittet nun am Wochenende Heerenveen zum Showdown der Hundertstelsekunden. Die Tempo-Fraktion der DESG reiste mit sattem Optimismus im Gepäck nach Friesland. Denn die Ausrufezeichen der Schützlinge von Bundestrainer Thomas Schubert gehörten zu den prägnantesten in diesem Winter.


Neben den Fix-Plätzen für Jenny Wolf und Judith Hesse bei den Damen sowie Nico Ihle und Samuel Schwarz bei den Herren sorgten die Ausscheidungen in Berlin für Klarheit. Gabi Hirschbichler (27) und Denny Ihle (26) komplettieren das Team. Mit 35,96 Sekunden hatte der Sprintgewaltige erstmals die 36er-Schallmauer geknackt. Einer der Gründe: vor Neujahr hatten die flotten Brüder auf der Freiluftbahn in Chemnitz bei -20 Grad trainiert, vorher aber den gesamten Schnee beiseite schieben müssen. „Ein absolutes Härte-Programm“ beschreibt Coach Klaus Ebert die Schipp&Skate-Fron in Sachsens Kältekammer.
Platz 13 (Nico Ihle) und 16 (Samuel Schwarz) lauteten die Resultate vor Jahresfrist, im Vorfeld der Olympische Spielen von Vancouver. Jetzt darf man von mehr träumen, obgleich Samu, der im Dezember für einen Weltcup-Coup (Platz 1 in 1:09,98 Minuten) gesorgt hatte, relativiert: „Ich konzentriere mich voll auf die 1000 Meter, meine Spezialstrecke, die ich mit Fernblick auf die Winterspiele 2014 immer wieder angehe.“ Auch beim Saison-Höhepunkt in Inzell Mitte März will der 27-jährige Ingenieur-Student vor allem die „Tausend“ ins Visier nehmen. „Dort bin ich immer gerne gelaufen, hoffentlich können wir vorher ausreichend in der neuen Halle trainieren.“
Jenny Wolf erlebte die prickelndste WM-Vorbereitung, nachdem sie bei der Asien-Tour die Verhältnisse auf „ihren“ 500 Metern wieder klar zurechtrücken konnte: Hochzeit mit Oliver Lotze. Ein Ehering als zusätzliche Motivation, um bei der Addition der Zeiten über 500 m und 1000 m (je zweimal) im Punkte-Ranking die Nase vorne zu haben. Und das alles in der fast ausverkauften Thialf-Halle (Sitzplatz 55 €/ Stehplatz 35 €!), dem Eisschnelllauf-Eldorado. Kufen-Ekstase pur.