Stefan EmeleStefan Emele nach Platz 6 in der B-Gruppe über 1500 m. Foto: TeamNach den intensiven Qualifikationen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften und einer ebenso kurzfristigen wie stressigen Anreise (Abfahrt um 4.00 Uhr morgens) mussten die deutschen Kufenflitzer beim ersten Weltcup in Minsk die Dominanz der internationalen Konkurrenz anerkennen. Insbesondere die niederländischen Schaatser nahmen das eher weiche Eis in Beschlag – ganz viel Oranje in Weißrussland.

Die einzige Top-Ten-Einzel-Platzierung gelang Claudia Pechstein (über 3000 m auf Rang 14) im allerletzten Wettkampf des Wochenendes, dem Massenlauf, für den sich die fünfmalige Olympiasiegerin, ebenso wie Michelle Uhrig, via Semifinale qualifiziert hatte. Platz 9 dank drei Punkten im Zwischensprint. Patrick Beckert, Elfter über 5000 m, steckte die Doppelbelastung von Inzell mit Start über 5 und 10 km in den Beinen. Der Erfurter lief konstante Runden, konnte gegen Ende aber nicht zulegen. Auch Nico Ihle und Joel Dufter, die über 1000 m gegeneinander antreten mussten, fehlte die Spritzigkeit. Am ersten Weltcup-Tag waren die zusammen trainierenden Tempobolzer, mit der neuntschnellsten über die Ziellinie geskatet - im Team Sprint mit Stefan Emele als Drittem im Bunde.

Und Emele, bei der DM in Inzell überraschender 1500-m-Meister, konnte seine positive Entwicklung fortsetzen. In der B-Gruppe mischte der 22-Jährige über „seine“ Distanz couragiert mit: Rang 6 in einer Zeit von 1:49,77 Minuten. Bundestrainer Erik Bouwman konstatierte die Fortschritte des Hessen, der aus dem Inline-Lager kommt, mit Wohlwollen. Auch Michelle Uhrig hatte bei den ersten beiden Wettkämpfen (3000/1500 m) gezeigt, dass die Leistungskurve – nach ihrem Malaise-Jahr – nach oben zeigt. Aber das konnte Bouwman natürlich nicht zufrieden stellen. „Wir hatten hier mehr erwartet und deshalb war das enttäuschend.“ Für die Sportler aus der zweiten Reihe entsprechen die Resultate „der realistischen Darstellung unseres Niveaus,“ so die DESG-Coaches Bouwman und Danny Leger.

Aber die großen Herausforderungen kommen erst. Via Bus und Flieger geht es zur nächsten Station nach Tomaszow Mazowiecki. Der Transfer Richtung Polen ist überschaubarer und „wir erwarten eine Steigerung. Am Ende aber zählt für uns vor allem die zweite Saisonhälfte.“