Jenny_InterviewJenny Wolf auf dem Weg zum Interview mit ZDF-Reporter Hermann Valkyser. Foto: DESG-PresseThialf gilt als Mekka des Eisschnelllaufens. Nicht nur in Friesland, in ganz Holland, ja Europa. Ein Fest des Sports, an dem die deutschen Athleten bei der Sprint-Weltmeisterschaft in Heerenveen ihren Anteil haben möchten. Selbst wenn die Zielrichtung 2011 ganz klar auf die (Heim)WM in Inzell ausgerichtet ist: beim Mehrkampf über 500 und 1000 Meter holt man sich Appetit und noch mehr Motivation für das Saison-Highlight.

„Alle sind halbwegs fit“ benutzt Bundestrainer Thomas Schubert die Terminologie des Understatements. Dabei hat ihn auch selbst „etwas überrascht, dass es so gut funktionierte.“ Vor allem bei den asiatischen Weltcups waren „seine“ Sprinter mit spektakulären Platzierungen und Zeiten ins Rampenlicht geskatet. „Das zeigt, dass wir doch einige Dinge richtig gemacht haben“, meint Schubert, hat aber längst einen Schlussstrich darunter gezogen. „Abgerechnet wird im März“, untermauert er die Planungen im Hinblick auf die Einzelstrecken-Titelkämpfe.
Logisch aber wolle man bei einer WM „gut aussehen. Eine Medaille wäre schön“, sagt Schubert, nachdem er Jenny Wolf beim allerletzten Training in Thialf das Signal zur Start-Prozedur gegeben hatte. Mit Ausnahme eines Tests in Berlin hatte die schnellste Frau der Welt seit Anfang Dezember keinen 500-m-Lauf mehr bestritten. Muskuläre Probleme ließen kein Hanteltraining zu. Zu den Favoritinnen aber gehört die Berlinerin allemal, vor Jahresfrist belegte sie Rang 3 – die frühere Dauerrivalin Beixing Wang (China) wird nicht am Start (Samstag ab 13.15  Uhr) erwartet. Auch Judith Hesse hatte im letzten Jahr mit guten Weltcup-Resultaten aufhorchen lassen. Eine Infektion allerdings beeinträchtigte die finale Vorbereitung, als Wettkampf-Typ aber will die 28-Jährige nun mehrere gute Läufe aufs schnelle Eis zaubern. Für Monique Angermüller rückte  Gabriele Hirschbichler ins DESG-Team. Schubert erwartet, dass die Inzellerin an die guten Wettkämpfe zum Jahresende „anknüpfen kann.“ Und die Delegation blickt in die Zukunft. Drei Athleten im Gesamtklassement unter den Top 16 würde für 2012 einen vierten WM-Platz bedeuten.
Das gilt auch für die Männer. Schubert gibt die Devise „locker bleiben“ aus. Damit die anvisierten Ziele im Fokus bleiben. „Über eine Top-Ten-Platzierung würde ich mich sehr freuen. Nahe dran müssten wir auch sein.“ Das gilt für Nico Ihle, im Vorjahr Dreizehnter, ebenso wie für Samuel Schwarz, nach dem Weltcupsieg in Japan (über 1000 Meter) jedoch durch Magen-Darm-Probleme gehandicapt. Denny Ihle erlebt seine WM-Taufe. Allein das ist eine positive Nachricht. Während halb Holland auf einen Coup seines Stefan Groothuis hofft. Mehrkämpfer umgibt zwischen den Grachten eine besondere Aura. Nach den knapp verpassten Allround-Titeln kürzlich bei der (Mehrkampf-) EM im bergigen Südtirol herrscht im topfebenen Fryslan damit deutlicher Nachholbedarf.