JWM STDas Juniorenteam bei der Shorttrack-WM in Polen. Foto: TeamShort Track im März. Kein einfaches Unterfangen, wenn beim Saison-Highlight in Polen rekordverdächtige Teilnehmerfelder bei den Junioren-Weltmeisterschaften am Start stehen. Jeweils 80 Aktive bei den Jungs, über 70 bei den jungen Damen. Darunter Top-Stars mit frischem Lorbeer. Die aus Ghana stammende Amerikanerin Maame Biney (18) hatte gerade bei den Olympischen Spielen einen starken 14. Platz über 500 m herausgelaufen. Jetzt holte die frühere Eiskunstläuferin – erwartungsgemäß – Gold beim Showdown des Nachwuchses.

Noch zwei Wintersport-Wochenenden, dann endet die olympische Saison 2017/2018. Auch im Fernsehen. Die ARD berichtete von der Eisschnelllauf-WM in China und Ralf Scholt übermittelte sein „Schade“ mitfühlend in die Heimat. Nico Ihle abermals Vierter, aber der Minimalabstand zum Podiumsplatz, ja zum Titel, ließ die deutschen Skating-Fans leiden. Am Ende fehlten ihm 0,12 Sekunden zum Podest. Einmal mehr doppelt von den unbeschreiblichen Niederländern Nuis (2.) und Verbij (3.) besetzt. Den in diesem Winter überragenden norwegischen Sprinter Lorentzen aber konnte auch das Oranje-Duo nicht gefährden.

Nico FB 2Nico - Platz vier als gute Ausgangslage. Foto: Nico Ihel/FBChangchun, ziemliches Neuland in Sachen Eisschnelllauf, hat sich schön herausgeputzt für die Sprint-WM. Eine zweckmäßige Halle, sehr gut besucht – und ordentliches Eis. Mit wenigen Ausnahmen geben die Besten ihre Visitenkarten ab. Und das nur eine Woche nach den Olympischen Spielen. Beim Vierkampf hat Nico Ihle den Fehde-Handschuh in den Ring geworden: Platz 4 nach ersten 500-m- und 1000-m-Läufen. Eine Halbzeit-Bilanz, die ihn gut schlafen lässt. „Weil die Abstände zu den Besten deutlich geringer sind als bei den Spielen. Das war ein guter Einstand und morgen darf ich zweimal über Innen ran“, so die Nachricht des Chemnitzers aus Nord-China.

Nico FacebookAuf nach Changchun.
Foto: Nico Ihle/Facebook
Von PyeongChang nicht nach Hause, sondern noch weiter gen Nordosten. So verlief die Reiseroute von drei Olympia-Startern der DESG. Die chinesische Millionenstadt Changchun bittet zur Sprint-WM, Bundestrainer Jan van Veen setzt Nico Ihle, Joel Dufter und Gabi Hirschbichler beim Tempo-Festival ein. Je zwei 500- und 1000-m-Wettbewerbe stehen auf dem Programm. „Ich mag diese Wettkampf-Form mit vielen Läufen, auch wenn die WM in einem olympischen Winter natürlich nicht den Stellenwert besitzt“, sagt Nico. Im Gangneung Olympia Oval hatte der Chemnitzer jeweils Platz 8 belegt. Und zeigte sich nicht annähernd zufrieden. Er überlegt deshalb inzwischen, seine Karriere bis zu den nächsten Winterspielen 2022 (in Peking) zu verlängern. Diese WM in China dient als eine weitere Standortbestimmung für den 32-Jährigen. Übrigens: vor Jahresfrist stand bei Nico Ihle in Calgary – auch – Position 8 nach den vier Strecken zu Buche. Joel wurde 16., Gabi Hirschbichler 14.

jun st wm 2Die kommenden Champions...
Foto: DESG
Polen hat ein neues Eissportzentrum der Superlative. Die erste überdachte Kunsteisbahn des Landes, am 27. Dezember letzten Jahres feierlich eröffnet, bietet Eisschnelllauf und Short Track ein funktionelles Zuhause, gelegen in der 60 000-Einwohner-Stadt Tomaszow Mazowieckim. Dorthin wurde auch die Junioren-WM der Kurvenkratzer am Wochenende verlegt. Nicht in die Hauptstadt Warschau, sondern in die Woiwodschaft Lodz. Ein wahres Schmuckkästchen die Arena Lodowa, in dem jetzt der DESG-Nachwuchs seinen Saison-Höhepunkt erlebt. Vier Jungs und zwei Mädchen wurden nominiert - und sollen, unter der Ägide der beiden Trainer Johannes Markert und Arian Nachbar, Tuchfühlung zur Weltspitze aufnehmen. Ein großes Unterfangen.

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