Team PursuitTeam Pursuit - große Enttäuschung bei Roxanne Dufer, Gabriele Hirschbichler und Claudia Pechstein.
Foto: Martin de Jong
Es war eine Hoffnung und keine kleine. Aber es sollte im Team Pursuit der Damen nicht sein. Nur die sechstbeste Zeit (3:02,65 Minuten) und damit am Mittwoch im Rennen um Platz 5 und 6 – aber der Griff nach den Medaillen ist nicht mehr möglich. Roxanne Dufter nannte sich den „Risikofaktor“, nach der Krankheit war die Inzellerin „nicht in 100-prozentiger Form“. Aber danach sah es bis Runde 5 im „Battle“ gegen Kanada nicht aus. Team Germany führte, doch dann schwanden die Kräfte. Gabi Hirschbichler hatte einen guten Start hingelegt, hinterher sagte sie, ziemlich gefrustet: „Schade, aber wir wussten, wie schwer es hier wird. Alle drei haben gekämpft, leider reichte es nicht.“

Der StarterWo Stefan ist, da knallts.
Foto: DESG
Wenn’s knallt, geht‘s los. Für die Läufer. Während der Starter erstmals kurz Luft holen kann: „Yes, wieder ein Paar gut auf die Reise geschickt.“ Einer, der darin bereits ein Meister ist, erlebt in Korea seine olympische Premiere. Stefan Herrmann (46) vertritt die DESG an der Startlinie. Der ehemalige Eisschnellläufer ist mit Pistole statt mit Kufen ausgerüstet – und hat seine Sache bisher tadellos gemacht, über 3000 und 1000 m der Damen. Dafür gab es keine Meriten, sondern die nächste Challenge. Am 19. und 21. Februar darf er wieder scharf schießen, dh. die Pursuit Teams auf die Reise schicken – für die deutsche Vertretung eine ganz heiße Sache.

Judith 500 mJudith sagt lächelnd "tschüss Olympia". Foto: DESG-PresseAuf Wiedersehen, Olympia. Aber das war nochmals ein großer Genuss. Judith Dannhauer verabschiedete sich von der ganz großen Bühne mit Rang 16 über 500 m – ihre beste Platzierung im Sprint beim vierten Anlauf im Dunstkreis der Ringe. Beim Rennen konstatierte sie kleine Fehler, zum Beispiel beim etwas vorsichtigen Start, wo sie seit Sotschi ein keines Trauma mit sich herumträgt. Aber dann profitierte sie auch von der tollen Anfeuerung für ihre koreanische Gegnerin. „Und dass mir hinten die Puste ausgeht, kam nicht überraschend“, die Baby-Pause musste erst mal überwunden werden. „Und das war auch früher ja nicht meine Stärke.“

Nico EinkleidungNico: Ein guter Lauf ist wichtig.
Foto: DESG-Presse
Ausgerechnet am Olympiatag T-1 wirkt alles so aufgeräumt. Morgen richtet sich der Fokus auf Vizeweltmeister Nico Ihle im 500-m-Rennen. Sowie das Pursuit-Team, seit Saisonbeginn eine „Bank“ für Bundestrainer Jan van Veen. Der wartet geduldig an einem Tisch in der Mixed Zone auf die Presse-Vertreter. Und lässt nach dem finalen Training mit seiner Ansage nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig. „Wenn die Mädels das machen, was sie können, geht es um Platz 3.“ Die vier (von acht) zeitschnellsten Terzetts qualifizieren sich für das Halbfinale (am Mittwoch), dann geht es um die Podiumsplätze. Häufig wurde der Start geübt: wenn sich die antrittsschnelle Gabi Hirschbichler an Roxanne Dufter vorbei an die Spitze setzt, um das Tempo aufzunehmen und dann Windschatten zu bieten. Im Rennen soll dann in der zweiten Hälfte die ausdauerstarke Claudia Pechstein die Führung übernehmen und Team Germany ins Ziel bringen.

Anna 1500 mAnna: Laufanzug nass...
Foto: DESG-Presse
In der Ice Arena, dem Mekka der einheimischen Olympia-Fans, kann schon mal folgendes passieren. Drei koreanische Sportler bestreiten, zusammen mit einem französischen Shorttracker, ein 1000-m-Viertelfinale. Und passieren hintereinander die Ziellinie. Dann rockt der Eis-Palast in Gangneung. Anna Seidel, die einmal mehrere Wochen im Land der Morgenstille verbrachte, genießt solche Momente. „Wir hier erleben die Wettkämpfe mit dem besten Olympia-Feeling.“ Es mache sie stolz, hier dabei zu sein. Das sagte die 19-Jährige nach einem denkwürdigen Tag über 1500 m. Als sie das Halbfinale erreichte – aber leider nicht den möglichen Showdown.

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