arenaAusgezeichnet zum World Sports Building.
Foto: Max-Aicher-Arena.de
Prächtige Aussichten in und um Inzell bieten nicht nur die Chiemgauer Berge. Die sportliche Gemeinde hat mit der Eishalle, der Max-Aicher-Arena, vor einem halben Jahr ein neues, unübersehbares Wahrzeichen erhalten. Das sieht auch die Jury des World Architecture Festivals in Barcelona so und zeichnete das Eisschnelllauf-Oval aus. Die stützenfreie Fachwerkkonstruktion aus Holz und Stahl, von den Büros Behnisch Architekten (München) und Pohl Architekten (Jena) entwickelt, ist das „World Sports Building of The Year 2011“.
„Die Aufgabe, massive Volumina in einer schönen Berglandschaft zu realisieren, ist sicher eine der größten Herausforderung für Architekten, für die hier eine brillante Lösung gefunden wurde“, heißt es in der Begründung für die begehrte Auszeichnung. „Die Gemeinde Inzell hat ein fantastisches Gebäude bekommen, das ihr den Spitzenplatz in der Welt des Eissports auch in Zukunft sichert.“

Glasow, eine Industriestadt westlich des Ural, russische Republik Udmurtien, 100.000 Einwohner. Hier wurde vor 23 Jahren Alexej Baumgärtner geboren. Der Langstreckler vom Eissportclub Chemnitz freut sich deshalb auf das erste Weltcupziel Tscheljabinsk, das ihm etwas weniger exotisch vorkommt als allen anderen nominierten DESG-Läufern. „Denn ich spreche die russische Sprache und außerdem kann ich mit Besuch auf der Tribüne rechnen“, so der Vizemeister über 10.000 m und Vierte über 5000 m. Ein Freund aus (dem fernen) St. Petersburg hat ebenso seine Unterstützung angesagt wie der Großvater aus Glasow. Einmal über den Ural, dann ist der Opa in der Millionenstadt Tscheljabinsk an der kasachischen Grenze. Baumgärtner stellte seine Vorbereitung im Sommer ganz in den Dienst des Sports, das Studium der Komplementärmedizin in Berlin (5. Semester) läuft „eher nebenher. Das heißt, nach dem Vormittagstraining mit großen Umfängen nicht zum Mittagsschlaf hinlegen, sondern am Laptop sitzen“.

Siegerehrung_10_000Moritz zum Zweiten... Foto: DESG-Presse10.000 m ist keine einfache Disziplin, auch die Zuschauer neigen zum Ermüden, wenn sie den Überblick beim Rundendrehen verlieren. Weltweit mehren sich Stimmen, den Eis-Marathon auf den Index zu setzen. Das glatte Gegenstück lieferte das letzte DM-Rennen in Inzell, als der neue local hero Moritz Geisreiter seinen zweiten Titel an diesem Wochenende errang. Vor Alexej Baumgärtner und Marco Weber. Patrick Beckert, eigentlich Dritter, war disqualifiziert worden. Und dann starrten die Zuschauer auf die Anzeigetafel: 13:18, 84 Minuten für die Nummer 1, die Konkurrenten kaum langsamer. Ein heller Weckruf der deutschen Langstreckler, deren Renaissance sich beim Übersee-Weltcup im letzten Winter zwar schon angedeutet hatte, der aber nun bestätigt wurde.

Claudia_InterviewClaudia Pechstein: begehrte Gesprächspartnerin.
Foto: DESG-Presse
Mit vier Blumensträußen (und ebenso vielen Medaillen) beladen reiste Claudia Pechstein aus dem sonnig-warmen Chiemgau zurück nach Berlin. Noch eine Woche trainieren, Taschen packen für die Fahrt ins unbekannte Tscheljabinsk. Nachdem die Erfurterin Stephanie Beckert ihre „DM“-Starts abgesagt hatte, um die hartnäckigen Rückenbeschwerden weiter auszuheilen, war „Pechi“ auf der abschließenden 5000-m-Strecke natürlich die Favoritin.

1000_mFröhliche Sieger über 1000 m.
Foto: DESG-Presse
„Der 500-m-Titel war eher unerwartet, über die 1000 m hatte ich schon damit gerechnet“, schnaufte Samuel Schwarz nach seinem zweiten Coup auf dem schnellen Inzeller 400-m-Oval durch. Aber sowohl mit Performance wie Zeit konnte der Jung-Papa mehr als zufrieden sein. Nun gelte es, die gute Woche vor dem Abflug zum Weltcup zu nutzen. „Doch mit dem hier konnte ich wirklich zufrieden sein.“ 1:09,64 Minuten, vor Nico Ihle (1:11,18), der seinen zweiten Vize-Titel keineswegs kleinreden wollte. „Der Samu ist stark und so bleiben die Sprinter im Fokus.“

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