Shanghai2016Shanghai 2016Die deutschen Short Tracker müssen in Shanghai zwar weitgehend auf Weihnachtsstimmung verzichten, dafür sind sie umso motivierter vor dem dritten Weltcup des Winters. Bianca Walter, Felix Spiegl (20) und Tom Rietzke (21) bei seinem zweiten Weltcup-Einsatz. Während Anna Seidel nach ihrer Verletzung noch passen muss (und sich in der nächsten Woche den Eischnellläufern zum Trainingslager auf Lanzarote anschließt), fand sich das Trio schnell in der Megapolis zurecht. „Das Eistraining verlief sehr gut und unfallfrei, die typische Smogluft Chinas aber machte sich vereinzelt sogar in der Halle bemerkbar“, berichtet Bibi Walter. „Die Sonne sieht man hier auch leider selten klar am Himmel.“

Gerd Heinze EhrennadelAuszeichnung für Gerd Heinze, im Bild mit Petra Tzschoppe und DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Foto: DOSB/Robert SchlesingerAm vergangenen Wochenende wurden auf der Mitgliederversammlung des DOSB acht Persönlichkeiten mit der Ehrennadel ausgezeichnet.

Darunter der ehemalige Präsident unseres Verbandes, Gerd Heinze. Die DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, Petra Tzschoppe, hielt die Laudatio. Sie beschrieb das Eisschnelllaufen mit den Worten: „Das schnelle Laufen übers Eis ist eine elegante Sportart, aber das Gleiten nur scheinbar mühelos.“ Über Heinze sagte sie, auch er blicke selbstkritisch zurück, "Vieles sei gelungen, manches aber nicht.“ Elf Jahre fungierte Gerd Heinze als Präsident, 26 Jahre arbeitete er ehrenamtlich für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft.

DESG Logo190DESG„Subba Xeni“, lautete eine Reaktion im O-Ton Süd aus der Heimat von Roxanne Dufter nach deren Fast Run beim Weltcup von Astana. Im A-Rennen hatte sich die 24-jährige Bayerin erstmals unter die Top Ten geschoben. In 1:58,96 Minuten wurde sie Neunte. Ein Beweis mehr für die Fortschritte der langaufgeschossenen Läuferin – gerade über diese Distanz sieht Bundestrainer Jan van Veen weiteres Steigerungs-Potenzial. In der B-Division holte sich Trainingskollegin Gabi Hirschbichler den Sieg. In 1:58,22 Minuten, durchaus ein Ausrufezeichen. Bei der 32-jährigen Inzellerin, bei Weltcup-Start in Asien weniger optimal in die Saison gestartet, zeigt die Formkurve jetzt nach oben. Das verspricht noch mehr Tempo auf der nächsten Station in Heerenveen und im Hinblick auf die großen Saison-Ziele der DESG-Eisschnellläufer, den Heim-Weltcup in Berlin und die Einzelstrecken-WM.

Und fast noch ein Paukenschlag in Astana aus deutscher Sicht. Nico Ihle wurde guter Vierter über 1000 m. Und verpasste das Podium nach 1:09,06 Minuten um winzigste 7/1000 Sekunden, da bei Zeitgleichheit mit dem Japaner Takuro Oda die Tausendstel herangezogen worden waren. Ärgerlich? „Klar, bei so einem knappen Ausgang. Anderseits bestätigte die Platzierung, dass ich mitten in der Weltspitze bin.“ Vorher hatte der Chemnitzer im Sprint (in 34,94)  Rang 12 erreicht. „Immerhin unter 35 Sekunden, das hatte ich im letzten Winter nie geschafft. Aber nach dieser Vorbelastung konnte ich entspannt ins Rennen gehen. Über ‚meine‘ tausend Meter.“

Beckert Patrick GER 20151205 ISU Eisschnelllauf Weltcup Inzell 5000m 2Patrick auf der Überholspur. Foto: CEPIXDer erste Tag des Weltcups in Kasachstan sah die deutschen Eisschnellläufer auf der Überholspur. Das Timing in der vorolympischen Saison geht auf. Beispiel I: Patrick Beckert, in Asien noch gesundheitlich angeschlagen, katapultierte sich auf Platz 2 über 5000 m. In 6:22,09 Minuten musste er nur dem Neuseeländer Peter Michael den Vortritt lassen. Aber Platz 2 ist eine Ansage, auch wenn die beiden Oranje-Überflieger Sven Kramer und Jorrit Bergsma in Astana nicht am Start standen. Rang 5 für Moritz Geisreiter (in 6:25,83) unterstrich die starke Form der deutschen „Kilometerfresser“. Bundestrainer Jan van Veen, der beim Medienseminar der DESG mit einer Trockenübung eindrucksvoll demonstrierte hatte, wie man in der Kurve Tempo macht, notierte damit den dritten Weltcup-Podestplatz des Winters. Und Patrick („ich freue mich riesig über meine erste Silbermedaille“) grüßte bei der Siegerehrung vom zweithöchsten Podest. „Das  zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

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